Luca Cordero di Montezemolo, der ehemalige Chef von Ferrari, plant ein ehrgeiziges Milliardenprojekt: Er will mit Hochgeschwindigkeitszügen in Deutschland den Markt erobern und der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. Der Italiener, der einst die Sportwagenmarke Ferrari zurück an die Weltspitze führte, setzt nun auf die Schiene.
Luxusklasse auf Schienen
Montezemolos Züge sollen sich durch besonderen Komfort auszeichnen. Geplant sind breite Sessel, kostenlose Mahlzeiten und ein Alkoholausschank – eine Luxusklasse, die an sein früheres Engagement bei der italienischen Bahngesellschaft Italo erinnert. Dort hatte er bereits erfolgreich ein privates Hochgeschwindigkeitsnetz aufgebaut. Nun will er dieses Modell auf Deutschland übertragen.
Vorteile für Kunden
Reisende könnten von mehr Auswahl und höherem Service profitieren. Die Züge sollen pünktlicher und komfortabler sein als die der Deutschen Bahn. Zudem sind wettbewerbsfähige Preise geplant, um Kunden anzulocken. Montezemolo verspricht ein „Premium-Erlebnis“ für alle Fahrgäste.
Herausforderungen beim Markteintritt
Der Start in Deutschland gestaltet sich jedoch schwierig. Die Deutsche Bahn hat ein dichtes Streckennetz und langjährige Erfahrung. Zudem sind die regulatorischen Hürden hoch: Die Zulassung neuer Züge und die Vergabe von Trassen sind komplex. Auch die hohen Investitionskosten für Fahrzeuge und Infrastruktur stellen eine Hürde dar.
Montezemolo zeigt sich dennoch zuversichtlich. Er verweist auf seine Erfolge in Italien, wo Italo inzwischen einen Marktanteil von rund 30 Prozent im Hochgeschwindigkeitsverkehr erreicht hat. In Deutschland sieht er ähnliches Potenzial, insbesondere auf Strecken wie Frankfurt–Köln oder Berlin–Hamburg.
Reaktionen der Branche
Die Deutsche Bahn beobachtet die Pläne gelassen. Ein Sprecher betonte, man sei auf Wettbewerb vorbereitet und werde weiterhin in Qualität und Service investieren. Verbraucherschützer begrüßen hingegen die Aussicht auf mehr Konkurrenz, die zu besseren Angeboten führen könnte.
Ob Montezemolos Traum vom deutschen Schienenmarkt Wirklichkeit wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Ex-Ferrari-Chef hat bereits mehrfach bewiesen, dass er ambitionierte Projekte umsetzen kann.



