Ford Kuga gegen Explorer: Der klassische Verbrenner setzt sich gegen das moderne E-SUV durch
Bei Ford stehen sich zwei Welten gegenüber: Der neue Explorer Extended Range als elektrischer Hoffnungsträger und der bewährte Kuga mit Verbrennungsmotor. Ein detaillierter Vergleich offenbart erstaunliche Unterschiede, die weit über die Antriebsfrage hinausgehen.
Explorer: Moderner Elektro-SUV mit VW-Technik und Schwächen
Der Ford Explorer Extended Range präsentiert sich als neuer Elektro-Star im Ford-Universum. Mit einer Dauerleistung von 286 PS (121 PS) und einer beeindruckenden Reichweite von 484 Kilometern macht er seinem Namen "Extended Range" alle Ehre. Doch unter der Oberfläche verbirgt sich VW-Technik: Der Explorer basiert auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) von Volkswagen und teilt zahlreiche Komponenten mit dem VW ID.4.
Dieser technische Brückenschlag hat jedoch seinen Preis: Das Fahrzeug wirkt in seiner Charakteristik entfremdet. Das Fahrwerk zeigt sich auf ebenen Straßen zu weich, was zu einer unangenehmen Schaukelpartie führt. Die Lenkung reagiert zu spitz und wirkt insgesamt nervös. Eco-Reifen sorgen zudem für eine schwache Haftung, was das Fahrerlebnis weiter beeinträchtigt.
Kuga: Bewährter Verbrenner mit echter Ford-DNA
Im deutlichen Kontrast dazu demonstriert der Ford Kuga mit seinem 1,5-Liter-Dreizylinder und 150 PS, was die Marke Ford traditionell ausmacht. Präzise Lenkung, ein straffes Fahrwerk und eine liebevolle Detailverarbeitung zeichnen dieses Modell aus. Der Kuga beschleunigt in 9,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h.
Wo der Explorer mit Elektrotechnik glänzt, überzeugt der Kuga mit solider Handwerkskunst und einem authentischen Fahrgefühl, das Ford-Fahrer seit Jahrzehnten schätzen.
Reichweite und Praktikabilität im direkten Vergleich
Im Bereich der Reichweite zeigen beide Modelle ihre Stärken, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Der Explorer bietet mit 484 Kilometern eine respektable elektrische Reichweite und lädt in nur 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Der Kuga hingegen übertrumpft mit seinem 54-Liter-Tank und einer Reichweite von stolzen 760 Kilometern.
Beim Komfortniveau liegen beide Fahrzeuge eng beieinander, allerdings muss der Explorer im Fond mit weniger Kopffreiheit auskommen. Im Ladevolumen zeigt sich der Kuga erneut überlegen: Mit seiner verschiebbaren Rückbank bietet er zwischen 412 und 553 Liter Stauraum, bei umgelegter Rücksitzlehne sogar bis zu 1534 Liter. Der Explorer kommt auf maximal 1460 Liter, punktet aber mit flexiblen Optionen durch einen doppelten Ladeboden.
Preis-Leistungs-Verhältnis und Ausstattung
Im finanziellen Vergleich zieht der Kuga deutlich davon. Der Testwagen startet bei 45.650 Euro und liegt mit guter Ausstattung bei 49.600 Euro. Der Explorer beginnt hingegen bei 48.900 Euro, kann durch Extras wie eine Wärmepumpe jedoch schnell auf über 54.100 Euro ansteigen.
Im Infotainment-Bereich dreht der Explorer den Spieß um: Sein 14,6-Zoll-Touchscreen übertrifft den kleineren Bildschirm des Kuga deutlich und bietet ein moderneres Bedienkonzept.
Fazit: Tradition gegen Innovation
Die Entscheidung zwischen Kuga und Explorer fällt je nach Priorität des Fahrers aus:
- Für den Kuga sprechen: Echte Ford-DNA, ausgezeichnete Fahrdynamik, solide Verarbeitungsqualität, überragende Alltagstauglichkeit und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis
- Für den Explorer sprechen: Moderne Elektrotechnik, beeindruckende Reichweite, schnelles Laden und ein hochwertiges Infotainmentsystem
Wer Wert auf Fahrspaß, Charakter und traditionelle Ford-Qualitäten legt, findet im Kuga die bessere Wahl. Wer dagegen leises, emissionsfreies Fahren und moderne Technologie priorisiert, wird im Explorer eine kompetente, wenn auch charakterlich etwas blasse Alternative entdecken. Ford-Kunden stehen vor einer echten Gewissensfrage zwischen bewährter Tradition und elektrischer Zukunft.



