WM-Ticketpreise: Uli Hoeneß sagt Reise ab und kritisiert FIFA scharf
Hoeneß sagt WM-Reise wegen Ticketpreisen ab

München - Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat aus Verärgerung über die extrem hohen Ticketpreise für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko seine Reise abgesagt. Im Interview mit DAZN wetterte der 74-Jährige: „Da muss ich sagen, da kriege ich die Krätze.“ Er habe eigentlich vorgehabt, auf Einladung eines guten Freundes, der ihm auch eine Unterkunft anbot, zur WM zu fliegen. Doch nun erklärte er: „Aber das mache ich nicht mit.“

Kritik an Ticketpreisen

Hintergrund ist ein Angebot auf einer Wiederverkaufsseite des Weltverbandes FIFA, bei dem vier Tickets für das WM-Finale für je fast 2,3 Millionen Dollar angeboten wurden. „Das gehe nicht mehr“, so Hoeneß. Er betonte: „Ich bin für Kommerz, aber nicht für so eine Ausuferung.“ Seiner Meinung nach könnten sich solche Preise vielleicht Fans aus China leisten, die sich einmal im Jahr ein Spiel gönnten. „Aber ein ganz normaler, vernünftig denkender deutscher Fan fährt dafür in der Regel nicht hin“, sagte er.

Fan-Vereinigungen üben scharfe Kritik

Die hohen Ticketpreise hatten in der Vergangenheit immer wieder Kritik von Fan-Vereinigungen hervorgerufen. „Fairness United“ erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: „Klar ist, dass der Besuch dieser WM weder finanziell noch moralisch in dem Rahmen liegt, den wir von WMs kennen.“ Zudem seien „Normalverdiener“ schlicht nicht die Zielgruppe des Events. Karten für das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika am 11. Juli in Mexiko-Stadt kosteten 2.985 Dollar (rund 2.590 Euro). Für das Finale am 19. Juli in East Rutherford sollten Tickets der teuersten Kategorie 10.990 Dollar (etwa 9.535 Euro) kosten. Auf dem Zweitmarkt wurden für einen Platz im Unterrang beim ersten Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curacao in Houston 2.300 Dollar (rund 1.955 Euro) verlangt.

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