Vielleicht hätte er schon viel früher das nötige Vertrauen verdient gehabt ... Münsters Stürmer Imad Rondic (27), im Winter als „Soforthilfe“ im Kampf ums Zweitliga-Überleben vom 1. FC Köln ausgeliehen, kommt leider erst spät – dafür aber gewaltig. Beim irren 3:3 in Hannover zeigte der Bosnier eine bärenstarke Vorstellung. Er nickte den Ball nach einer Ecke von Marvin Schulz (30) zur Führung (25.) ein. Dazu bereitete er das 2:0 durch Shin Yamada (25/39.) mit einer tollen Einzelleistung – geprägt von unbändigem Willen – perfekt vor. Fast wäre ihm im zweiten Durchgang sogar der Doppelpack gelungen. Doch der 96-Isländer Stefan Thordarson (27/80.) kratzte seinen Kopfball noch so gerade vor Überschreiten der Torlinie aus dem Kasten. Rondic zündet die Preußen an! Aber bei Abstieg ist er wieder weg ...
Rondic überzeugt auch im Derby
Schon eine Woche zuvor beim Derby-2:3 gegen Erz-Rivale Arminia Bielefeld gehörte der bullige Angreifer zu den Besten im schwarz-weiß-grünen Trikot. Er war maßgeblich am zweiten Treffer beteiligt. Trainer Alois Schwartz (59) danach voll des Lobes: „Imad macht seine Sache sehr gut. So ist er auf jeden Fall gesetzt.“
Unter Vorgänger-Coach Alexander Ende (46/jetzt Fortuna Düsseldorf) musste sich Rondic dagegen noch hinter Oliver Batista-Meier (24), Etienne Amenyido (28) und Lars Lokotsch (29) einreihen. Auch Schwartz ließ ihn in seinen ersten beiden Spielen (1:3 gegen Magdeburg/0:0 in Kiel) zunächst außen vor – wohl eher nach Absprache mit seinen Trainer-Kollegen. Jetzt hat ihn Rondic aber endgültig überzeugt. Weil er nicht nur Torgefahr ausstrahlt und vorne Bälle festmachen kann, sondern auch – wenn nötig – die Ellbogen einsetzt.
Kein Kommentar nach dem Spiel
Rondic selbst wollte nach dem Abpfiff in Hannover nicht reden. Sein Berater Laurent Burkart (35/B360sports) zu BILD: „Imad möchte stattdessen weiter Taten sprechen lassen.“ Am liebsten schon am nächsten Sonntag (10.5.), wenn es daheim gegen Darmstadt 98 (13:30 Uhr/live Sky) um die vorletzte Mini-Chance aufs Überleben geht. Fakt ist: Die Preußen benötigen sowohl gegen die „Lilien“ als auch eine Woche später im Saisonfinale bei der SV Elversberg jeweils einen Sieg. Nur dann könnte Platz 15, oder zumindest die Relegation, noch mit ganz viel Glück zu erreichen sein.
Prima Sturm-Duo
Der Japaner Shin Yamada bedankte sich nach seinem Treffer zum Preußen-2:0 in Hannover höflich bei Teamkollege Imad Rondic für die starke Vorarbeit. Und wenn das Vorhaben scheitert? Berater Burkart spricht Klartext: „Er fühlt sich in Münster extrem wohl und versucht jetzt erst einmal, das Unmögliche irgendwie möglich zu machen. Aber die 3. Liga ist für Imad eher keine Option.“
Bedeutet im Umkehrschluss: Der gebürtige Sarajever kehrt erst einmal zum 1. FC Köln zurück, wo er noch bis 2029 ein gültiges Arbeitspapier hat. Weitere Ausleihe nicht ausgeschlossen. Zumal Burkart bestätigt: „Es gibt durchaus schon Anfragen für Imad – auch aus der 2. Liga.“
Sollte das „große Fußball-Wunder“ jedoch gelingen und Preußen auch kommende Saison noch im deutschen Unterhaus spielen, könnte sich auch Rondic seinen Verbleib bei den „Adlerträgern“ durchaus vorstellen. „Klar, anfangs war Imad schon enttäuscht, dass es für ihn so schleppend anlief. Aber inzwischen spürt er das Vertrauen des Trainers, macht es ihm auch mit seinen Teamkollegen richtig Spaß,“ versichert sein Manager.
Bilanz und Zukunft
Seit Rondic am 27. Januar offiziell an der Hammer Straße vorgestellt wurde, kommt er in 12 Liga-Partien auf eine Startelf-Quote von nur 54 Prozent. Aber immerhin auf zwei Tore – so traf er auch beim Bochum-1:1 mit feinem Lupfer – und zwei Vorbereitungen. Eine Bilanz, die er nun im Schlussspurt weiter aufpolieren kann und soll. Für Preußen – und für seine eigene Zukunft ...
Innenverteidiger Jannis Heuer (26), der in der 71. Minute mit Wadenproblemen gegen Paul Jaeckel (27) ausgewechselt werden musste, hat sich zum Glück keine strukturelle Verletzung zugezogen. Beim Auslauftraining am Montagmorgen gab die Lautern-Leihgabe schon wieder Entwarnung.



