Spritpreise erreichen höchsten Stand seit fast zwei Jahren
Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten treibt die Preise an deutschen Tankstellen in die Höhe. Nach aktuellen Zahlen des ADAC haben sowohl Super E10 als auch Diesel die höchsten Werte seit fast zwei Jahren erreicht. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Super E10 am Sonntag 1,794 Euro, während Diesel bei 1,759 Euro pro Liter lag.
Iran-Konflikt als Haupttreiber für Preisanstieg
Der Ölpreis, typischerweise der wichtigste Faktor für Spritpreisänderungen, ist durch die jüngsten Entwicklungen deutlich gestiegen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus durch den Iran. Diese Meerenge im Persischen Golf wird täglich von etwa einem Fünftel der globalen Öltransporte passiert. Jede Störung in dieser strategisch wichtigen Region kann Energiepreise steigen lassen und internationale Märkte verunsichern.
Bisher fiel der Preisanstieg an den Tankstellen jedoch vergleichsweise moderat aus. Super E10 verteuerte sich zwischen Freitag und Sonntag um 1,6 Cent pro Liter, Diesel um 1,3 Cent. Dieser Anstieg ist deutlich schwächer als bei Rohöl oder Heizöl, die jeweils stärker zulegten. Laut ADAC könnte dies daran liegen, dass der Spritpreis zuletzt bereits verhältnismäßig hoch war im Vergleich zu Ölpreis und Dollarkurs.
ADAC warnt vor weiteren Preissteigerungen
Ein Sprecher des ADAC äußerte die Befürchtung, dass die Preise noch weiter steigen könnten. "Trotz des bisher moderaten Anstiegs ist zu befürchten, dass sich die Situation an den Zapfsäulen weiter verschärfen wird", so der Experte. Die aktuellen Tagesdurchschnittspreise markieren die höchsten Werte seit Ende Mai 2024 für Super E10 und seit Anfang April 2024 für Diesel.
Interessanterweise hat der Ölverbund Opec+, zu dem neben Opec-Staaten auch wichtige Förderländer wie Russland gehören, am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen. Dies soll Engpässe und zu starke Preisanstiege verhindern. Allerdings wurde dieser Schritt nicht explizit mit der aktuellen Eskalation im Nahen Osten begründet.
Für deutsche Autofahrer bedeutet die aktuelle Entwicklung, dass das Tanken in den kommenden Tagen und Wochen voraussichtlich teurer bleiben wird. Die stark schwankenden Spritpreise im Tagesverlauf machen genaue Prognosen für den Montag allerdings schwierig. Verbraucher sollten sich auf weiterhin erhöhte Kraftstoffkosten einstellen.



