VW-Betriebsratschefin Cavallo: Rüstungsprojekte als Option für Osnabrück-Werk
VW-Betriebsrat: Rüstung als Option für Osnabrück-Werk

VW-Betriebsratschefin offen für Rüstungsprojekte zur Standortsicherung

Die VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigt sich offen für Rüstungsprojekte beim Autobauer Volkswagen. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur betonte sie: „Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung.“ Sie verwies auf die stark veränderte Weltlage und die Notwendigkeit, dass Europa hier ein Gegengewicht aufbauen müsse.

Osnabrück als möglicher Standort für Rüstungsproduktion

Insbesondere für das Werk im niedersächsischen Osnabrück könne die Rüstungsindustrie eine Zukunftsperspektive bieten. „Wir prüfen alle Möglichkeiten, um den Standort Osnabrück zukunftsfest aufzustellen“, erklärte Cavallo. Rüstungsprojekte seien dabei eine ernsthafte Option. Die Arbeitnehmervertreterin wies darauf hin, dass die Konzerntochter MAN bereits seit Jahren in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall Militärlastwagen produziert.

Am Standort Osnabrück arbeiten derzeit rund 2.300 Beschäftigte. Die Produktion der dort gebauten Porsche-Modelle läuft in diesem Jahr aus, Mitte 2027 folgt das Aus für die Fertigung des VW T-Roc Cabrios. Als möglicher Interessent für das Werk gilt seit längerem der Rüstungskonzern Rheinmetall. Im Februar hatte das Werk bereits Prototypen für mögliche Militärfahrzeuge auf VW-Basis präsentiert, allerdings zunächst nur zu Testzwecken.

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Angespannte Lage in der Automobilindustrie

Cavallo sieht die Automobilindustrie weiterhin in einer schwierigen Situation. Geopolitische Konflikte und Handelsstreitigkeiten, wie etwa neue US-Zölle, setzten die Branche zusätzlich unter Druck. „Damit muss sich der Vorstand auseinandersetzen, das ist seine Aufgabe“, so die Betriebsratschefin.

Gleichzeitig erteilte sie neuen Sparprogrammen zulasten der Belegschaft eine klare Absage. „Meine Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass bestehende Vereinbarungen eingehalten werden – und dass nicht einseitig zulasten der Belegschaft neue Sparprogramme aufgelegt werden.“

Bestehendes Sanierungsprogramm muss umgesetzt werden

Ende 2024 hatten sich Unternehmen und Gewerkschaft nach langen Verhandlungen auf ein umfassendes Sanierungsprogramm geeinigt. Dieses sieht den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vor. Im Gegenzug wurden Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

„Dieses Programm muss jetzt konsequent umgesetzt werden – nicht nur bei den Arbeitskosten, sondern bei allen Kostenarten“, forderte Cavallo. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass das Programm Früchte tragen werde: „Nach jeder Krise kommen wieder bessere Zeiten. Da bin ich zuversichtlich.“

Standortschließungen bleiben tabu

An den vereinbarten Ausschluss von Standortschließungen will Cavallo nicht rütteln. „Standortschließungen werde ich unter gar keinen Umständen akzeptieren“, betonte sie, auch nicht für das Werk in Osnabrück. Zwar gebe es für den Standort noch kein fertiges Zukunftskonzept, aber der Konzernvorstand habe sich verpflichtet, gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite eines zu erarbeiten.

Eine Schließung sei dabei nicht vorgesehen „und käme auch nicht infrage“. Ob sich aus den bisherigen Tests mit Militärfahrzeug-Prototypen konkrete Projekte entwickeln, ist laut VW allerdings noch völlig offen.

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