VW erobert Marktführerschaft in China zurück – doch die Freude währt wohl nicht lange
VW wieder Marktführer in China, aber nur vorübergehend

VW startet stark ins Jahr 2026 und überholt BYD in China

Der Volkswagen-Konzern hat in seinem wichtigsten Absatzmarkt China einen bemerkenswerten Erfolg erzielt. Nachdem der Wolfsburger Autoriese in den vergangenen Jahren an Boden verloren hatte, gelang es ihm in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026, die Marktführerschaft vom chinesischen Konkurrenten BYD zurückzuerobern. Laut Daten des chinesischen Pkw-Verbandes CAAM erreichten die VW-Joint-Ventures mit den staatlichen Partnern FAW und SAIC einen Marktanteil von 13,9 Prozent. Damit liegt Volkswagen knapp vor dem privaten Geely-Konzern mit 13,8 Prozent und den Toyota-Joint-Ventures mit 7,8 Prozent. BYD fiel mit 7,1 Prozent auf den vierten Platz zurück.

Historischer Kontext und aktuelle Entwicklungen

Für Volkswagen war das Chinageschäft lange Zeit eine lukrative Quelle für Milliardengewinne. Doch seit einigen Jahren sanken sowohl der Absatz als auch die Gewinne in der Region. Die Krone als größter Autohersteller Chinas verlor die Marke VW Anfang 2023 an BYD. Im ersten Quartal 2024 musste sogar der gesamte Volkswagen-Konzern, inklusive der Premiummarken Audi und Porsche, den ersten Platz an den chinesischen Rivalen abgeben. Dies markierte eine historische Wachablösung, nachdem die Wolfsburger seit den 1970er Jahren den Automarkt des bevölkerungsreichsten Landes der Welt dominiert hatten.

Umso überraschender ist der aktuelle Erfolg. Konzernchef Oliver Blume bezeichnete die Pole-Position bei der Vorstellung der Jahreszahlen als "kuriose Situation", die wahrscheinlich nicht bis zum Jahresende anhalten werde. Der Grund dafür liegt in der aktuellen Schwäche des Elektromarktes in China, von der insbesondere BYD betroffen ist. Subventionen und Rabatte auf Konsumsteuern sind zum Jahresbeginn ausgelaufen, was den Absatz von Elektrofahrzeugen dämpft.

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Die einseitige Strategie von Volkswagen in China

Dass Volkswagen die heimischen Hersteller überholen konnte, hängt mit der spezifischen Ausrichtung des Geschäfts in China zusammen. Der Automarkt teilt sich etwa zur Hälfte in Verbrenner und elektrifizierte Fahrzeuge. Während VW im Verbrennermarkt mit einem Anteil von 22 Prozent seine Position als klarer Marktführer behauptet, erreicht die Marke bei Elektrofahrzeugen nur einen niedrigen einstelligen Prozentsatz. Von der aktuellen Elektroflaute profitiert Volkswagen daher eher, während BYD, der ausschließlich elektrifizierte Pkw produziert, unter den Bedingungen leidet.

Allerdings erwartet die Volkswagen-Spitze keine nachhaltige Rückkehr zum Verbrenner in China. Stattdessen plant der Konzern für dieses Jahr die Einführung einer Reihe neuer, vollständig in China entwickelter Elektrofahrzeuge. Mit dieser Modelloffensive will VW endlich bei Elektroautos mit BYD und Geely konkurrieren können. Aufgrund der hohen Kosten dieser Initiative rechnet Finanzchef Arno Antlitz für das Jahr 2026 mit einem niedrigeren Gewinn aus dem Chinageschäft als im Vorjahr.

Ausblick und Herausforderungen

Die vorübergehende Rückeroberung der Marktführerschaft zeigt, wie volatil der chinesische Automarkt derzeit ist. Volkswagen muss seine Strategie anpassen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die geplanten Elektrofahrzeuge könnten ein Schritt in die richtige Richtung sein, doch die Konkurrenz von BYD und anderen chinesischen Herstellern bleibt stark. Die Entwicklung unterstreicht die Bedeutung einer ausgewogenen Produktpalette und die Notwendigkeit, auf Markttrends flexibel zu reagieren.

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