Zverevs bitteres Aus in Halle: Diabetes-Panne und Rückenprobleme
Zverevs Aus in Halle: Diabetes-Panne und Rücken

Das dramatische Aus von Tennis-Star Alexander Zverev (29) beim Rasenturnier in Halle/Westfalen ist perfekt. Mit 7:6, 4:6, 5:7 unterlag er seinem Angstgegner Taylor Fritz (28/USA). Zunächst wurde Hitze als Ursache für die Pause im ersten Satz vermutet, als Zverev beim Stand von 3:4, 40:40 in der Kabine verschwand. Auch seine wiederholten Kniebeugen und das Aufstützen auf die Knie deuteten auf körperliche Erschöpfung hin. Doch die wahren Gründe waren andere: Rückenprobleme und eine Diabetes-Panne.

Rückenprobleme und Diabetes-Sensor-Versagen

Der Rücken, mit dem Zverev das gesamte vergangene Jahr zu kämpfen hatte, meldete sich erneut. „Er hat zugemacht. Deswegen nahm ich die Pause im ersten Satz. Da haben sie mich in der Kabine wieder eingerenkt“, erklärte der French-Open-Champion. Doch das war nur das kleinere Übel. Das größere Problem zog sich durch die gesamte Partie und bescherte der Nummer 3 der Welt eine völlig neue, dramatische Erfahrung.

Falsche Blutzuckerwerte führten zu Überdosierung

Zverev leidet an Typ-1-Diabetes und ist auf einen Sensor angewiesen, der den Blutzuckerwert in Echtzeit misst. Doch dieser Sensor oder das zugehörige Lesegerät versagte. „Ich hatte extreme Probleme mit meinem Zucker heute, weil der Sensor, den ich habe, einen falschen Zuckerwert angezeigt hat“, so Zverev. In der Folge spritzte er zu viel Insulin. „Ich habe viel zu viel Insulin gespritzt, habe in den ersten 45 Minuten des Matches knapp 350 Gramm Zucker über Glukose-Gels zu mir genommen. Ich habe mich scheußlich gefühlt. Ich war im zweiten Satz körperlich nicht da, im dritten war es schwierig für mich. Aber unabhängig davon hat Taylor besser gespielt als ich und verdient gewonnen“, sagte der Olympiasieger von 2021.

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Zehn Jahre ohne Probleme – dann die Panne

Zverev zeigte sich überrascht von der Panne: „Ich weiß es nicht, ich habe die Sensoren seit zehn Jahren und es ist noch nie was passiert. Ich musste aber die Gels zu mir nehmen, sonst wäre ich die ganze Zeit unterzuckert gewesen.“ Er bemerkte das Problem kurz vor dem Match: „Das Gerät zeigte extrem hohen Zucker an, aber ich habe mich eher gefühlt, als hätte ich niedrigen Zucker. Und dann habe ich gemessen und er war tatsächlich sehr niedrig. Da wusste ich, dass das ein schwieriger Tag wird.“ Mit einem herkömmlichen Fingerpieks-Test hätte er den Wert genauer bestimmen können.

Nächste Station Wimbledon

Trotz des Rückschlags blickt Zverev optimistisch nach vorne. Mitte der Woche reist er zum dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres nach Wimbledon. „Ich denke nicht, dass es wegen der Sache heute Probleme geben wird“, so der 29-Jährige. Zuvor steht am Montag eine Veranstaltung seiner Diabetes-Stiftung im Hotel Stanglwirt in Going (Österreich) an.

Familienzeit in Halle

In London wird Zverevs Reisegruppe kleiner sein als in Halle. Oma Natalia Fateeva (78) muss nach Sotschi zurück, da ihr Visum abläuft. Auch Tochter Mayla (5) und ein Neffe reisen ab. Zverev dazu: „So ein paar Kinder und vier Hunde geben Energie, nehmen aber auch in gewisser Weise Energie. Da wird viel gespielt und da muss der Papa auch ran, aber es war eine wunderschöne Woche und hat mir riesig Spaß gemacht.“

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