Krankenkassen warnen vor Verwässerung des milliardenschweren Sparpakets
GKV-Chef warnt vor Verwässerung des Sparpakets

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hat die schwarz-rote Koalition davor gewarnt, die geplanten milliardenschweren Einsparungen im Gesundheitswesen auf den letzten Metern zu verwässern. Verbandschef Oliver Blatt sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, es werde derzeit viel diskutiert, ob geplante Einsparungen bei der Pharmaindustrie und der Ärzteschaft zurückgenommen werden. Zudem drohe eine Verwässerung der Krankenhausreform. „Das wäre genau der falsche Weg, denn dann wird es am Ende doch wieder für alle teurer“, so Blatt.

Milliardenloch droht die Finanzen zu sprengen

Das Sparpaket, das die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2027 um rund 18,8 Milliarden Euro entlasten soll, steht in der kommenden Woche zur Abstimmung im Bundestag. Ohne mutige und weitgehende Reformen ließen sich erneute Beitragssteigerungen nicht verhindern, warnte der GKV-Chef. „In den ersten Monaten des Jahres sind die Ausgaben der Krankenkassen doppelt so schnell gestiegen wie die Einnahmen“, betonte Blatt. „Wenn nicht schnell und entschlossen gehandelt wird, dann fliegen uns zum Jahreswechsel die Finanzen um die Ohren.“

Die Koalition plant, die Vergütungsanstiege bei Praxen, Kliniken und der Pharmabranche zu begrenzen. Auf Patienten kommen unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente sowie Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern zu. Der Verbandschef forderte den Bundestag auf, dem Lobbydruck von Pharmaindustrie, Krankenhäusern und Ärzteschaft standzuhalten. Versicherte und Arbeitgeber hätten bereits mehr als einen angemessenen Anteil an den Finanzierungs- und Einsparplänen geleistet – etwa durch gestiegene Zusatzbeiträge, höhere Zuzahlungen und die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Heftige Proteste aus dem Gesundheitswesen

Gegen die Sparpläne gibt es erheblichen Widerstand. Die Kassenärzte hatten gewarnt, dass sie ihr Leistungsangebot reduzieren müssten. Auch Patientenvertreter und die Pharmaindustrie protestieren. Blatt hingegen sieht die Reform als alternativlos: „Dann fliegen uns die Finanzen um die Ohren.“ Ohne die Einsparungen drohten den Versicherten und Arbeitgebern weiter steigende Beiträge.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration