Rentenkommission: Kapitalrente bringt bis zu 770 Euro extra pro Monat
Kapitalrente: bis zu 770 Euro mehr Rente monatlich

Die Rentenkommission hat am 23. Juni 2026 ihren rund 80-seitigen Bericht an Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (58, SPD) übergeben. Das Gremium schlägt weitreichende Reformen vor, darunter eine gesetzliche Kapitalrente, die Abschaffung der Rente mit 63 sowie die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ab 2031. Die Übergabe fand um 9 Uhr im Kanzleramt statt, gefolgt von einer Pressekonferenz um 9.15 Uhr.

Kapitalrente: Bis zu 770 Euro mehr Rente

Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung einer Kapitalrente. Laut Kommissionsmitglied Tabea Bucher-Koenen könnte der sogenannte Eckrentner nach 20 Jahren Ansparzeitraum im Mittel 150 Euro monatlich mehr erhalten, nach 45 Jahren sogar über 770 Euro mehr. Diese Berechnungen basieren auf Vorausberechnungen der Kommission, wie sie dem „Spiegel“ mitteilte. Langfristig soll so das Rentenniveau gestützt werden.

Beitragserhöhungen und Widerstand vom DGB

Allerdings drohen zunächst kräftige Beitragserhöhungen für Millionen Arbeitnehmer. Die Kommission empfiehlt, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung schrittweise anzuheben. Dies stößt auf Widerstand beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). DGB-Chefin Yasmin Fahimi (58) lehnte im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer die Abschaffung der Rente mit 63 und die Erhöhung des Renteneintrittsalters komplett ab. Sie kritisierte Kanzler Merz scharf: „Den Menschen einfach nur vor den Latz zu knallen: ‚Es wird zukünftig weniger geben und das ist ein Naturgesetz und ihr habt Mathematik nicht verstanden‘, ist ehrlich gesagt auch ein ganz schön frecher Ausspruch.“

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33 Empfehlungen für eine umfassende Reform

Die Rentenkommission, offiziell Alterssicherungskommission genannt, hat insgesamt 33 Empfehlungen erarbeitet. Dazu gehören neben der Kapitalrente und der Abschaffung der Rente mit 63 auch Gesundheitschecks ab 45 Jahren, strengere Regeln für die Altersteilzeit, eine Reform der Witwenrente sowie neue Vorschriften für Selbstständige, Abgeordnete und Vorstände. Die Empfehlungen liegen BILD bereits vor.

Hintergrund: Kommission seit Januar im Amt

Das Gremium aus Experten und Politikern wurde von den Regierungsfraktionen SPD, CDU und CSU entsandt und arbeitete seit Januar 2026 im Auftrag der Bundesregierung. Die Kommission tagte unter der Leitung von Sozialministerin Bärbel Bas. Die Reform gilt als eine der größten Rentenreformen seit Jahren.

Ausblick und nächste Schritte

Nach der Übergabe des Berichts wird die Bundesregierung die Vorschläge prüfen und einen Gesetzentwurf erarbeiten. Die Umsetzung der Reform dürfte politisch umstritten sein, insbesondere angesichts des Widerstands von Gewerkschaften und Teilen der Opposition. Die nächsten Monate werden zeigen, welche Empfehlungen letztlich Gesetz werden.

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