BASF plant globalen Dienstleistungsknoten in Indien – Gewerkschaft reagiert besorgt
Der deutsche Chemiekonzern BASF hat angekündigt, mehrere Dienstleistungsbereiche in einem neuen globalen Knotenpunkt in Indien zu bündeln. Dieser Schritt soll die Kosteneffizienz deutlich steigern und wettbewerbsfähige Servicestrukturen schaffen. Finanzvorstand Dirk Elvermann betonte, dass damit der Bereich Global Business Services systematisch weiterentwickelt werde, um die Unternehmensstrategie optimal zu unterstützen.
Kritik der Chemie-Gewerkschaft IGBCE
Die IGBCE reagierte umgehend mit scharfer Kritik auf die Pläne. Der Vorsitzende Michael Vassiliadis erklärte, dass BASF damit ein tarifliches Vorzeigeprojekt in Berlin beende. Durch einen Tarifvertrag aus dem Jahr 2005 konnten damals Tausende gute Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt geschaffen werden, anstatt Dienstleistungen in die Slowakei auszulagern. Nun drohe erneut eine Verlagerung von Stellen.
Der Bereich Global Business Services beschäftigt laut Unternehmensangaben insgesamt etwa 8.500 Mitarbeitende. Davon arbeiten 2.800 in Berlin und 860 am Stammsitz in Ludwigshafen. Ob und wie viele Stellen konkret betroffen sein werden, ist derzeit noch unklar. Ein BASF-Sprecher verwies darauf, dass sich die Planungen in einem sehr frühen Stadium befinden.
Schrittweise Umsetzung bis 2028 geplant
Die Bündelung der Dienstleistungen soll schrittweise bis Ende 2028 erfolgen. Auch der genaue Standort des neuen Hubs in Indien steht noch nicht fest. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden Nachfrageschwäche und gesunkener Preise, unter denen BASF seit einiger Zeit leidet.
Im Stammwerk Ludwigshafen wurden bereits Anlagen stillgelegt und konzernweit mehrere Sparprogramme initiiert, die auch Stellenabbau umfassen. Parallel dazu investiert das Unternehmen jedoch weiter in internationale Standorte. Voraussichtlich Ende März eröffnet BASF einen neuen Verbundstandort im chinesischen Zhanjiang, der mit rund 8,7 Milliarden Euro das bislang größte Einzelinvestitionsprojekt des Konzerns darstellt.
Die Gewerkschaft IGBCE betonte, dass die geplante Verlagerung nach Indien nicht nur arbeitsmarktpolitische, sondern auch strategische Fragen aufwerfe. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Entscheidung auf die betroffenen Standorte in Deutschland auswirken wird.



