BASF verschärft Sparkurs: 4.800 Stellen gestrichen, 2026 als Übergangsjahr erwartet
Die schwierige Lage in der Chemiebranche hält weiter an. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat seinen Sparkurs deutlich verschärft und bereits umfangreiche Personalreduzierungen vorgenommen. Finanzvorstand Dirk Elvermann gab in Ludwigshafen bekannt, dass bis Ende des vergangenen Jahres jährliche Kosteneinsparungen von rund 1,7 Milliarden Euro erreicht wurden – damit wurde das ursprüngliche Ziel um 100 Millionen Euro übertroffen.
Verschärfte Sparziele und umfangreicher Stellenabbau
Der Dax-Konzern plant nun noch ambitioniertere Einsparungen: Bis Ende des laufenden Jahres sollen jährliche Kostensenkungen von 2,3 Milliarden Euro statt der ursprünglich geplanten 2,1 Milliarden Euro realisiert werden. Die Einmalkosten für diese Maßnahmen bezifferte Elvermann auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro.
Als Teil der Sparprogramme hat BASF zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 bereits 4.800 Beschäftigte verloren. Etwa die Hälfte dieser Stellenstreichungen entfiel auf Deutschland. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang bei Führungskräften um elf Prozent. Ende 2025 beschäftigte BASF damit noch knapp 108.300 Mitarbeiter weltweit.
2026 als weiteres Übergangsjahr erwartet
BASF-Chef Markus Kamieth äußerte sich zwar zufrieden mit den Fortschritten bei den Kostensenkungen und betonte, dass das Unternehmen deutlich schlanker geworden sei. Dennoch rechnet er nicht mit einer kurzfristigen Erholung. Die chemische Industrie kämpfe weltweit mit heftigem Gegenwind, und 2026 werde voraussichtlich ein weiteres Übergangsjahr.
Die Herausforderungen sind vielfältig: BASF leidet unter Kostendruck, Überkapazitäten am Weltmarkt, hohen Energiepreisen und einer zu geringen Auslastung am Stammwerk in Ludwigshafen. Dort arbeiten mit etwa 33.000 Menschen etwa ein Drittel der weltweiten Beschäftigten. Immerhin konnten Management und Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung erzielen, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt.
Chinesischer Standort benötigt Anlaufzeit
Beim neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang, der mit Investitionen von 8,7 Milliarden Euro jüngst in Betrieb genommen wurde, rechnet Kamieth mit einer längeren Anlaufphase. Im ersten Betriebsjahr wird ein leicht negativer Ergebnisbeitrag erwartet, was vor allem an den Kosten für das Anfahren liegt. Ab 2027 soll dann mit einem positiven Beitrag gerechnet werden. An dem neuen Standort in China wurden rund 1.000 Menschen eingestellt.
Finanzielle Entwicklung und Ausblick
Für das laufende Jahr hat sich BASF ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden und 7,0 Milliarden Euro zum Ziel gesetzt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war dieser Wert zum Vorjahr um 686 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro zurückgegangen.
Der Umsatz bei BASF schrumpfte 2025 um knapp drei Prozent im Jahresvergleich auf knapp 59,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn jedoch von 1,3 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro. Dazu trug unter anderem ein Sonderertrag aus dem Verkauf des Geschäfts mit Bautenanstrichmittel an den US-Konzern Sherwin-Williams bei. Die Dividende für die Aktionäre soll unverändert bei 2,25 Euro je Anteil liegen.



