Gasspeicher auf historischem Tiefstand: Ministerin Reiche beschwichtigt trotz Eisproblemen
Gasspeicher fast leer: Ministerin Reiche beschwichtigt trotz Eis

Gasspeicher auf historischem Tiefstand: Ministerin Reiche beschwichtigt trotz Eisproblemen

Die Gasspeicher in Deutschland haben einen historisch niedrigen Füllstand erreicht, was kontroverse Diskussionen über die Versorgungssicherheit auslöst. In einer Sondersitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Deutschen Bundestag musste Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) diese Woche Rede und Antwort stehen. Hintergrund sind verschiedene Faktoren wie die mögliche Vernachlässigung der Gasbefüllung, die umstrittene Abschaltung von Kernreaktoren, die politisch motivierte Einstellung der Gasimporte aus Russland und eine potenziell übermäßige Abhängigkeit von unbeständiger Wind- und Sonnenenergie, verschärft durch einen kälteren Winter.

Reiche: Kein Mengenproblem bei Gas trotz Speichertiefstand

Laut dem Newsletter der Parlamentsnachrichten „Heute im Bundestag“ wies die Bundeswirtschaftsministerin Befürchtungen zurück, es könne im Winter zu einer Gasmangellage kommen. Es gebe kein Mengenproblem bei Gas, betonte Reiche, und die Gaspreise seien niedriger als im Vorjahr. Sie erklärte, dass die Gasversorgung nicht ausschließlich über Speicher erfolge, was auch früher nicht der Fall gewesen sei. Die Marktteilnehmer könnten auf mehrere Optionen zurückgreifen, darunter die Pipeline von Norwegen und die LNG-Terminals. Terminalkapazitäten könnten auch in anderen Ländern genutzt werden. Die Pipeline aus Norwegen trage mit einem Anteil von 44 Prozent zur gesamten Gasversorgung bei, wodurch die Bedeutung der Speicher sinke, was aber nicht bedeute, dass keine Speicher mehr benötigt würden.

Eisbrecher müssen LNG-Tanker vor Rügen helfen

Auf Fragen von Abgeordneten nach eventuellen Schwierigkeiten in verschiedenen Regionen, wie zum Beispiel in Ostdeutschland durch die zugefrorene Ostsee im Bereich des Hafens Mukran auf Rügen, meinte Reiche, auch durch den technisch bedingten Ausfall eines Eisbrechers in der Ostsee seien keine Schwierigkeiten entstanden. Mittlerweile ist ein Ersatz-Eisbrecher im Einsatz. Das Spezialschiff „Mellum“ des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) brach die Hafenzufahrt vor der Insel Rügen auf und ermöglichte dem LNG-Tanker „Minerva Amorgos“ das Einlaufen in den Hafen Mukran. Der Tanker musste wegen der dicken Eisdecke auf der Ostsee etwa zwei Wochen auf das Einlaufen zum schwimmenden Gas-Terminal „Neptune“ warten.

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Bundesnetzagentur sieht ungenutzte Kapazitäten

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sagte in der Sondersitzung, man sei auch angesichts des bei etwas über 23 Prozent liegenden Füllstands der Speicher nicht besorgt, weil genügend ungenutzte Kapazitäten vorhanden seien, um mehr Gas nach Deutschland zu holen. Nach seinen Angaben seien derzeit 28 Prozent der LNG-Sendekapazitäten gebucht und damit nicht ausgelastet. Das bedeute, dass die Akteure auf dem Gasmarkt mehr LNG-Gas nach Deutschland holen könnten, wenn das notwendig werde. Diese Aussagen unterstreichen die Position der Ministerin, dass trotz des niedrigen Speicherstands die Versorgungssicherheit gewährleistet sei.

Die Debatte zeigt, wie politische Entscheidungen, natürliche Bedingungen wie die Eiszeit in der Ostsee und technische Herausforderungen die Energieversorgung in Deutschland beeinflussen. Während Kritiker Alarmismus und Panikmache vorwerfen, betonen Reiche und Müller die vorhandenen Alternativen und ungenutzten Ressourcen. Die Situation bleibt angesichts des anhaltenden Winters und der globalen Energiemärkte weiterhin beobachtungsbedürftig.

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