Iran-Krieg und Energiekrise: Warum Deutschland vorerst keine neue Versorgungskrise fürchten muss
Iran-Krieg: Keine neue Energiekrise für Deutschland?

Iran-Krieg und Energiekrise: Warum Deutschland vorerst keine neue Versorgungskrise fürchten muss

Die Explosionen am Himmel von Dubai markieren den Beginn eines neuen Konflikts: Der Iran-Krieg hat begonnen, und seine Auswirkungen sind selbst in deutschen Kleinstädten spürbar. Sabrina Terence, eine deutsche Künstlerin und DJ aus Halberstadt, die seit zwei Jahrzehnten in Dubai lebt, erlebte den Beginn der Angriffe hautnah. „Plötzlich knallte es so laut, dass das Auto vibriert hat“, berichtet die 45-Jährige. „Das war so heftig, dass ich eine Panikattacke bekommen habe.“ Ihre Erfahrungen teilen viele Deutsche in der Region.

Auswirkungen bis nach Aschersleben

Rund 4.500 Kilometer entfernt, in der sachsen-anhaltinischen Stadt Aschersleben, spürt Brennstoffhändler Christoph Kopahnke bereits die wirtschaftlichen Folgen. Die Heizölpreise sind um 35 Prozent gestiegen, und viele Kunden fragen besorgt nach Nachschub. „Einige verfallen in Panik“, sagt Kopahnke, rät jedoch von übereilten Käufen ab. Seine Erfahrung zeigt, dass sich Preise nach politischen Schocks meist schnell wieder normalisieren.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) äußerte sich ähnlich vorsichtig optimistisch. Bei einem Termin in Halle betonte sie, dass zwar mit steigenden Preisen zu rechnen sei, eine Knappheit an Öl und Gas jedoch nicht erwartet werde. An den Tankstellen macht sich die Entwicklung bereits bemerkbar: Der Liter Diesel kostet stellenweise bereits über zwei Euro.

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Blockade der Straße von Hormus

Der dramatische Anstieg des Ölpreises hat einen konkreten Grund: Der Iran blockiert die strategisch wichtige Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls transportiert wird. Europäische Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser können diese Route aktuell nicht mehr befahren. Diese Entwicklung wirft die beunruhigende Frage auf: Droht nun eine neue Energiekrise?

Außenhandelsexpertin Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln gibt jedoch Entwarnung. „Das spricht dafür, dass der militärisch geschwächte Iran die Blockade nicht lange aufrechterhalten kann“, erklärt sie. Alle Golfstaaten und auch China hätten ein großes Interesse daran, die wichtige Handelsroute wieder zu öffnen, um Öl und Gas zuverlässig verschiffen zu können.

Wirtschaftliche Folgen weltweit

Je länger der Konflikt andauert, desto größer werden die wirtschaftlichen Schäden weltweit ausfallen. Zwar profitieren US-Öl- und Gasfirmen von den steigenden Energiepreisen, doch der Großteil der amerikanischen Bevölkerung reagiert äußerst sensibel auf erhöhte Spritkosten. Die humanitäre Lage im Iran selbst ist bereits jetzt dramatisch: Hilfsorganisationen berichten von etwa 1.000 Todesopfern, darunter auch das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.

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