Netzbetreiber Mitnetz drosselte Ökostrom-Einspeisung an 222 Tagen
Im Jahr 2025 musste der Netzbetreiber Mitnetz die Einspeisung von erneuerbaren Energien an insgesamt 222 Tagen zeitweise drosseln, um eine Überlastung der Stromleitungen zu verhindern. Das Unternehmen gab bekannt, dass es zu 1.179 Eingriffen kam, bei denen Solarparks und Windräder vorübergehend vom Netz genommen wurden. Diese Maßnahmen waren notwendig, wenn bei sonnigem Wetter und starkem Wind mehr Strom produziert als verbraucht wurde.
Rückgang der Eingriffe dank Netzausbau
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein leichter Rückgang: 2024 waren es noch 1.277 Eingriffe an 225 Tagen. Mitnetz führt diese positive Entwicklung auf den kontinuierlichen Ausbau des Stromnetzes zurück. Das Unternehmen investierte im vergangenen Jahr rund 565 Millionen Euro, um die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur zu steigern. Das Netzgebiet erstreckt sich über große Teile Sachsens, Sachsen-Anhalts und Südbrandenburgs sowie kleinere Regionen in Thüringen.
Insgesamt wurden in der Region gut 192 Gigawattstunden Strom „abgeregelt“, wie es im Fachjargon heißt. Die Betreiber der abgeschalteten Anlagen erhalten dafür Ausgleichszahlungen, um finanzielle Einbußen zu kompensieren.
Forderungen für eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur
Mitnetz-Chef Lutz Eckenroth betonte, dass trotz der Fortschritte weitere Maßnahmen erforderlich sind. Er forderte eine Beschleunigung und Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für den Netzausbau, um die Kapazitäten schneller zu erhöhen. Zudem sprach er sich für die gezielte Ansiedlung großer Stromverbraucher wie Industrieunternehmen, Rechenzentren und Ladeparks für Elektrofahrzeuge aus.
„Dadurch könnte der Stromabsatz in der Region dauerhaft gesteigert und die Leistung der installierten Anlagen besser ausgeschöpft werden“, erklärte Eckenroth. Außerdem plädierte er dafür, den Zubau von Einspeiseanlagen und großen Batteriespeichern vorrangig in Gebieten mit freien Netzkapazitäten zu fördern, um Engpässe zu vermeiden und die Integration erneuerbarer Energien zu optimieren.
Diese Strategie soll dazu beitragen, dass weniger grüne Energie verloren geht und das Stromnetz langfristig stabil bleibt. Die Debatte um Netzüberlastungen und Abregelungen von Ökostrom unterstreicht die Herausforderungen der Energiewende in Deutschland, insbesondere in Regionen mit hohem Anteil an Wind- und Solarenergie.



