Strompreise sinken: Über 100 Preissenkungen bei Grundversorgern angekündigt
Für Millionen Haushalte in Deutschland zeichnet sich eine deutliche Entlastung bei den Stromkosten ab. Regionale Grundversorger haben für die Monate Februar, März und April insgesamt 101 Preissenkungen angekündigt, wie das Vergleichsportal Verivox mitteilt. Die durchschnittliche Reduzierung liegt bei beeindruckenden 15 Prozent.
Konkrete Entlastung für Verbraucher
Ein typischer Dreipersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden kann sich auf eine finanzielle Erleichterung von durchschnittlich 279 Euro freuen. Insgesamt profitieren laut Verivox-Berechnungen rund 3,4 Millionen Haushalte von diesen niedrigeren Strompreisen. Die Gründe für die positiven Entwicklungen sind vielfältig: Gesunkene Stromnetzgebühren und niedrigere Großhandelspreise auf dem Energiemarkt machen die Rabatte möglich.
Grundversorgung vs. Sondertarife: Ein wichtiger Unterschied
Die Grundversorgung betrifft Haushalte, die keinen speziellen Vertrag mit einem Stromanbieter abgeschlossen haben. Grundversorger ist dabei derjenige Lieferant, der in einem Netzgebiet die meisten Kunden beliefert – häufig handelt es sich um örtliche Stadtwerke. Laut Bundesnetzagentur bezogen im Jahr 2024 etwa 22 Prozent der Haushalte Strom im Grundversorgungstarif. Weitere 38 Prozent wurden zwar ebenfalls vom Grundversorger versorgt, jedoch über günstigere Sonderverträge.
Der aktuelle Durchschnittspreis in der Strom-Grundversorgung liegt nach Verivox-Angaben bei knapp 41 Cent je Kilowattstunde (brutto inklusive Grundpreis). Sondertarife bieten häufig deutlich niedrigere Konditionen. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass sich ein Wechsel aus der Grundversorgung in einen Sondervertrag für die meisten Haushalte finanziell lohnt – das Einsparpotenzial kann mehrere hundert Euro jährlich betragen.
Bereits zum Jahreswechsel erste Senkungen
Die aktuellen Ankündigungen setzen einen Trend fort: Bereits zum Jahreswechsel hatte etwa die Hälfte der insgesamt 780 Strom-Grundversorger in Deutschland ihre Preise durchschnittlich um neun Prozent gesenkt. Verbraucher, die in der Grundversorgung sind, können ihre Verträge jederzeit mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen beenden, wie die Verbraucherzentrale betont.
Eine Ende Januar veröffentlichte Umfrage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen zeigt jedoch, dass fast jeder zweite Haushalt (49 Prozent) in Deutschland die Unterschiede zwischen Grundversorgung und Sondertarifen nicht kennt. Diese Wissenslücke könnte viele Verbraucher teuer zu stehen kommen, da sie möglicherweise auf zusätzliche Einsparungen verzichten.



