Tankstellenpächter in Ostdeutschland erleben Frustwelle wegen Spritpreisen
Tankstellenpächter erleben Frustwelle wegen Spritpreisen

Tankstellenpächter in Ostdeutschland erleben Frustwelle wegen gestiegener Spritpreise

Die aktuell hohen Spritpreise sorgen für erheblichen Frust unter Autofahrern, der sich direkt an den Tankstellen in Ostdeutschland entlädt. Nach Angaben des regionalen Branchenverbands müssen Tankstellenmitarbeiter den Unmut der Kunden aushalten, obwohl die Pächter selbst keinen Einfluss auf die Preise haben.

Preishoheit liegt bei Mineralölgesellschaften

Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbands des Garagen- und Tankstellengewerbes (VTG) Nord-Ost, betont, dass die Tankstellenpächter für die Preisentwicklung nicht verantwortlich sind. „Die können dafür gar nichts“, erklärt er. Die Preishoheit liege ausschließlich bei den Mineralölgesellschaften, die die Preise automatisch weiterleiten. Häufig bekommen die Verkäufer an der Kasse diese Anpassungen nicht einmal mit, da das System vollständig automatisiert abläuft.

Kunden reagieren mit verändertem Verhalten

Der Frust der Autofahrer äußert sich in verschiedenen Verhaltensweisen:

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  • Viele Kunden tanken nur noch in Mini-Portionen, insbesondere in sozial schwächeren Gegenden wie Berlin-Reinickendorf, wo Menschen teils nur für fünf Euro tanken, um dringende Erledigungen zu bewältigen.
  • Andere steigen auf öffentliche Verkehrsmittel um, mit Kommentaren wie „Kann ich mir nicht mehr leisten. Du bist zu teuer. Ich fahre jetzt mit den Öffis“.
  • Autofahrer, die ohnehin eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr besitzen, nutzen diese verstärkt, um Kosten zu sparen.

Tanktourismus in Nachbarländer erwartet

Der Tanktourismus in die östlichen Nachbarländer Polen und Tschechien hält sich derzeit noch in Grenzen, was Rühlemann darauf zurückführt, dass viele Menschen noch etwas Sprit im Tank haben. Er erwartet jedoch, dass dies sich bald ändern wird: „Wenn das aber jetzt noch ein paar Tage dauert, wird das mit Sicherheit verstärkt zunehmen.“ Bei Super-Benzin können Autofahrer in Polen derzeit pro Liter bis zu 45 Cent sparen, was einen starken Anreiz für grenzüberschreitendes Tanken darstellt.

Preisanpassungen funktionieren in beide Richtungen

Rühlemann reagiert auch auf Kritik, dass Spritpreise steigen, obwohl der Treibstoff in den Tanks noch vor Rohölpreiserhöhungen eingekauft wurde. Er räumt ein, dass daran etwas Wahres ist, betont aber, dass dieser Mechanismus auch umgekehrt funktioniert. Wenn die Preise an der Zapfsäule wieder sinken, passiert dies aufgrund des Wettbewerbs oft schnell, und Tankstellen verkaufen dann auch teurer eingekauften Sprit zu günstigeren Preisen.

Der VTG Nord-Ost ist für die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig und beobachtet die Situation in der Region genau. Die gestiegenen Spritpreise bleiben ein zentrales Thema, das sowohl die Kunden als auch die Tankstellenbetreiber vor Herausforderungen stellt.

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