Vattenfall-CEO Borg: Fossile Wirtschaft wird enden - Klimaziele bis 2040 im Fokus
Vattenfall-CEO: Fossile Wirtschaft endet - Klimaziele bis 2040

Vattenfall-CEO Borg: Fossile Wirtschaft wird enden - Klimaziele bis 2040 im Fokus

Die Chefin des schwedischen Energie-Riesen Vattenfall, Anna Borg, äußert sich im Interview der Deutschen Presse-Agentur zu den Klimazielen des Konzerns und der Zukunft fossiler Energien. Sie betont: „Die fossile Wirtschaft wird enden.“ Die entscheidende Frage sei lediglich, in welchem Tempo dieser Übergang erfolgen werde.

Klimaneutralität bis 2040 als ambitioniertes Ziel

Vattenfall hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden. „Ich glaube ans Erreichen unserer Klimaziele, denn wir sind bereits auf dem Weg dorthin“, erklärt Borg. Der Konzern habe seine CO2-Emissionen im Vergleich zu 2017 bereits mehr als halbiert. Das langfristige Ziel sieht vor, die Treibhausgas-Emissionen bis 2040 um mindestens 90 Prozent zu reduzieren. Die verbleibenden Emissionen, die sich schwer einsparen lassen, sollen durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden.

Investitionen in erneuerbare Energien und Netze

Um diese Ziele zu erreichen, plant Vattenfall bis 2030 umfangreiche Investitionen in Höhe von annähernd 15 Milliarden Euro. Diese Mittel fließen vorrangig in den Ausbau von Windparks und die Modernisierung der Netze. Borg unterstreicht, dass die Klimaschutzbemühungen nicht nur aus ökologischen Gründen erfolgen, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sind. „Wir glauben, dass unser Vorgehen auch aus Sicht der Rentabilität der erfolgreichste Weg ist“, so die Vattenfall-Chefin. Treibhausgas-Emissionen verursachten erhebliche Kosten, sei es durch Zertifikate, Steuern oder Folgeschäden.

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Herausforderungen beim Gas-Ausstieg

Vattenfall bezieht seit Mai 2024 keine Kohle mehr und erzeugt keinen Strom oder Wärme aus diesem fossilen Energieträger. Bezüglich eines vorgezogenen Erdgas-Ausstiegs bis 2040 in Deutschland äußert Borg jedoch Bedenken. Im Fall der Haushaltskunden halte sie das für sehr herausfordernd, während der Ausstieg in der Industrie stark von der jeweiligen Branche abhänge. Der Konzern hatte 2024 konzernweit annähernd 2,4 Millionen Gaskunden und rund 7,7 Millionen Stromkunden.

Energieerzeugung bereits überwiegend klimafreundlich

Die Energieerzeugung von Vattenfall basiert bereits zu einem großen Teil auf klimafreundlichen Quellen. Im Jahr 2024 stammte der Strom des Unternehmens aus:

  • Kernenergie: 38 Prozent
  • Wasserkraft: 35 Prozent
  • Windenergie: 18 Prozent

Lediglich 9 Prozent der Erzeugung entfielen auf klimaschädliche fossile Energieträger. Diese Zahlen unterstreichen den fortgeschrittenen Transformationsprozess des Konzerns.

Nationale und europäische Klimaziele

Schweden strebt ebenso wie Deutschland Klimaneutralität bis 2045 an und liegt damit fünf Jahre vor dem Ziel der Europäischen Union insgesamt. Borgs Aufgabe als Vorstandsvorsitzende besteht darin, während dieser umfassenden Umstellung sicherzustellen, dass Vattenfall profitabel bleibt. „Ein Unternehmen ohne Geld kann auch nicht in den Klimaschutz investieren“, betont sie. Die Klimaschutzbemühungen des staatlichen schwedischen Unternehmens stehen im Einklang mit der Geschäftsstrategie und dienen somit auch als Mittel zum Zweck.

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