Vattenfall-Chefin bekräftigt Erreichbarkeit der Klimaziele bis 2040
Die Chefin des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Anna Borg, zeigt sich zuversichtlich, dass das Unternehmen seine ambitionierten Klimaziele bis zum Jahr 2040 erreichen wird. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betonte die seit 2020 amtierende Vorstandsvorsitzende: „Ich glaube ans Erreichen unserer Klimaziele, denn wir sind bereits auf dem Weg dorthin.“ Der staatseigenen schwedische Konzern, der Deutschland zu seinen Kernmärkten zählt, hat nach eigenen Angaben seine CO2-Emissionen im Vergleich zu 2017 bereits mehr als halbiert.
Das Ende der fossilen Wirtschaft
Borg stellt klar: „Die fossile Wirtschaft wird enden.“ Die entscheidende Frage sei lediglich, in welchem Tempo dieser Übergang vonstattengehe. Ihre Aufgabe als Konzernchefin bestehe darin, während dieser Transformationsphase sicherzustellen, dass Vattenfall profitabel bleibe. Ein Unternehmen ohne finanzielle Mittel könne schließlich nicht in Klimaschutz investieren, so die schwedische Managerin. Für die kommenden Jahre plant Vattenfall Investitionen von annähernd 15 Milliarden Euro bis 2030, vorrangig in Windparks und Netzinfrastruktur.
Konkrete Klimaziele und Herausforderungen
Das konkrete Ziel des Energiekonzerns lautet, die eigenen Treibhausgas-Emissionen bis 2040 im Vergleich zu 2017 um mindestens 90 Prozent zu reduzieren – auf lediglich 4,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Die verbleibenden maximal zehn Prozent der Emissionen, die sich schwer vermeiden lassen, sollen durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden. Die Erreichung dieses Ziels würde bedeuten, dass Vattenfall nicht länger zum Klimawandel beiträgt.
Besondere Herausforderungen sieht Borg beim Erdgas-Ausstieg: Ein vorgezogener Ausstieg aus der Erdgasversorgung bis 2040 in Deutschland halte sie im Bereich der Haushaltskunden für „sehr herausfordernd“. In der Industrie hänge ein solcher Schritt maßgeblich von der jeweiligen Branche ab. Vattenfall bezieht nach eigenen Angaben seit Mai 2024 keine Kohle mehr und erzeugt weder Strom noch Wärme aus diesem fossilen Energieträger.
Klimaschutz als Geschäftsstrategie
Die Klimaschutzbemühungen des Unternehmens stehen laut Borg im Einklang mit der Geschäftsstrategie. Es gehe dabei nicht allein um Nachhaltigkeit, sondern auch um Rentabilität. Treibhausgas-Emissionen verursachten erhebliche Kosten – sei es durch Zertifikate, Steuern oder Folgeschäden. Borg ist überzeugt: „Wir glauben, dass unser Vorgehen auch aus Sicht der Rentabilität der erfolgreichste Weg ist.“
Im Jahr 2024 versorgte Vattenfall konzernweit annähernd 2,4 Millionen Gaskunden und rund 7,7 Millionen Stromkunden. Die Stromerzeugung des Konzerns setzte sich zusammen aus:
- Kernenergie: 38 Prozent
- Wasserkraft: 35 Prozent
- Windenergie: 18 Prozent
- Fossile Energieträger: 9 Prozent
Schweden strebt ebenso wie Deutschland Klimaneutralität bis 2045 an – und damit fünf Jahre früher als die Europäische Union insgesamt. In Mecklenburg-Vorpommern hat Vattenfall 2025 einen innovativen Agri-Photovoltaik-Park in Betrieb genommen, bei dem Flächen gleichzeitig für landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung durch Solarenergie verwendet werden.



