Ex-Krypto-König Bankman-Fried strebt neuen Prozess an
Der ehemalige Digitalgeld-Unternehmer Sam Bankman-Fried, der wegen Betrugs zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde, hat einen neuen Prozess beantragt. Der 33-Jährige, der einst als Finanzgenie und Galionsfigur der Kryptowährungsbranche gefeiert wurde, versucht erneut, seine jahrzehntelange Haftstrafe zu verkürzen. Der Antrag wurde von seiner Mutter eingereicht, da sich Bankman-Fried bei diesem Vorstoß bisher selbst vertritt.
Neue Zeugen sollen Entlastung bringen
Bankman-Fried argumentiert in seinem Antrag, dass zwei ehemalige Manager seiner Kryptowährungs-Börse FTX, die im ersten Verfahren nicht aussagten, ihn als neue Zeugen entlasten könnten. Diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem bereits ein Berufungsverfahren zu dem Urteil läuft. Seine Anwälte bemängeln in der Berufung, dass der Richter den Geschworenen vorenthalten habe, dass FTX eigentlich genug finanzielle Mittel gehabt habe, um Investoren auszubezahlen.
Der spektakuläre Zusammenbruch von FTX
FTX, einer der größten Handelsplätze für Kryptogeld wie Bitcoin, war Ende 2022 spektakulär zusammengebrochen. Bankman-Fried wurde daraufhin auf den Bahamas festgenommen und an die USA ausgeliefert. Während das Geschäft mit Kryptowährungen oft als kompliziert gilt, wurde Bankman-Fried am Ende klassischer Betrug zur Last gelegt: die Veruntreuung von Kundenvermögen.
Die Rolle von Alameda Research und das Milliarden-Loch
Bankman-Fried stand auch hinter einem Hedgefonds namens Alameda Research, der riskante Geschäfte machte und sich Mittel bei FTX lieh. Eigentlich hätten dabei Sicherheiten hinterlegt werden müssen, und Computersysteme sollten dies sicherstellen. Doch diese Software machte eine heimliche Ausnahme für Alameda, wodurch der Hedgefonds bei FTX so tief ins Minus gehen konnte, wie er wollte.
Als Geschäfte von Alameda schiefgingen, klaffte in der FTX-Kasse laut Anklage ein Milliarden-Loch. Bankman-Fried behauptet dagegen, FTX habe zwar in einer Liquiditätskrise gesteckt, sei aber grundsätzlich zahlungsfähig gewesen. Dieser Widerspruch bleibt ein zentraler Punkt in den rechtlichen Auseinandersetzungen.
Politische Dimension: Hoffnung auf Begnadigung?
Zusätzlich zu den juristischen Manövern versucht das Lager von Bankman-Fried Medienberichten zufolge, eine Begnadigung durch Präsident Donald Trump zu erreichen. In einem Interview mit der New York Times sagte Trump jedoch, dass er nicht vorhabe, Bankman-Fried zu begnadigen. Diese Aussage dürfte die Hoffnungen auf eine frühe Freilassung weiter dämpfen.
Der Fall Bankman-Fried bleibt somit ein aufsehenerregendes Kapitel in der Geschichte der Kryptowährungen, das weiterhin für Schlagzeilen sorgt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neuen Zeugen oder das Berufungsverfahren seine Haftstrafe tatsächlich verkürzen können.



