Bundesbank verzeichnet erneut Milliardenverlust - Bund erhält keine Gewinnausschüttung
Bundesbank mit Milliardenverlust - Bund geht leer aus

Bundesbank verzeichnet erneut tiefrote Zahlen

Die Deutsche Bundesbank hat für das Jahr 2025 einen erheblichen Verlust von 8,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Dies stellt den zweithöchsten Fehlbetrag in der Geschichte der Notenbank dar, auch wenn er sich gegenüber dem Rekordminus von über 19 Milliarden Euro im Vorjahr mehr als halbiert hat. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel präsentierte die Bilanz in Frankfurt und kündigte an, dass auch für 2026 mit einem Jahresfehlbetrag zu rechnen sei.

Gewinnüberweisung an Bund fällt weiter aus

Infolge der Verluste wird die Bundesbank auch in diesem Jahr keine Gewinnausschüttung an den Bundeshaushalt vornehmen können. Damit setzt sich eine Serie fort, die bereits seit 2020 andauert. Die letzte Überweisung erfolgte im Jahr 2019, als der damalige Finanzminister Olaf Scholz noch 5,85 Milliarden Euro aus Frankfurt erhalten konnte. Das Bundesfinanzministerium hatte jahrelang mit regelmäßigen Einnahmen von etwa 2,5 Milliarden Euro kalkuliert, muss diese Planung nun aber weiterhin korrigieren.

Ursachen in der Geldpolitik der EZB

Die Verluste der Bundesbank sind hauptsächlich eine Folge der Geldpolitik im Euroraum. Seit der Europäischen Zentralbank (EZB) die Leitzinsen ab Sommer 2022 deutlich erhöht hat, um die damals hohe Inflation zu bekämpfen, sind die Zinsausgaben der Notenbanken für Gelder, die Geschäftsbanken bei ihnen parken, stark gestiegen. Gleichzeitig werfen die in der Vergangenheit erworbenen Anleihen mit langen Laufzeiten und niedrigen Zinsen nicht genügend Erträge ab, um diese Ausgaben zu decken. Dieser strukturelle Effekt belastet die Bilanz der Bundesbank nachhaltig.

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Bundesbank-Präsident Nagel erklärte dazu: „Wir haben zwar weiter finanzielle Belastungen zu tragen, sie lassen aber nach. Diese positive Entwicklung wird sich fortsetzen.“ Dennoch räumte er ein, dass die Notenbank auch 2026 einen Fehlbetrag verzeichnen werde. Der kumulierte Bilanzverlust aus Verlustvortrag und aktuellem Jahresfehlbetrag beläuft sich mittlerweile auf 27,8 Milliarden Euro.

Starke finanzielle Basis trotz Verluste

Trotz der roten Zahlen betont die Bundesbank ihre solide finanzielle Lage. Vizepräsidentin Sabine Mauderer verwies auf ein Nettoeigenkapital von 363 Milliarden Euro und Bewertungsreserven in Höhe von 388 Milliarden Euro. „Die finanzielle Basis der Bundesbank ist sehr stark“, so Mauderer. Zudem profitiert die Notenbank von der aktuellen Preisrallye bei Gold. Der Wert der deutschen Goldreserven stieg 2025 um etwa 125 Milliarden Euro auf insgesamt 395 Milliarden Euro an. Der Großteil des Goldes wird in Frankfurt gelagert, ein erheblicher Teil befindet sich jedoch auch bei der US-Notenbank Fed in New York.

Ausblick und geldpolitische Herausforderungen

In Bezug auf mögliche Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf Inflation und Konjunktur in Deutschland äußerte sich Nagel zurückhaltend. Sollte der Krieg länger andauern, könnten die Effekte auf die Wirtschaft „nicht gut“ sein, und dauerhaft erhöhte Energiepreise würden sich langfristig auf die Inflation auswirken. Für konkrete Prognosen sei es jedoch noch zu früh. Auch zur künftigen Geldpolitik der EZB gab Nagel keine detaillierten Aussagen. Der EZB-Rat bleibe wachsam und sei in der Lage, auf substanzielle Änderungen des Inflationsbildes zu reagieren.

Die EZB selbst verzeichnete für 2025 einen Verlust von 1,25 Milliarden Euro, sodass auch sie keine Gewinnausschüttungen an die nationalen Zentralbanken vornehmen kann. Es wird erwartet, dass die EZB frühestens 2026 oder 2027 wieder in die Gewinnzone zurückkehrt. Bis die Bundesbank und andere nationale Notenbanken wieder von Ausschüttungen profitieren, könnte es noch mehrere Jahre dauern. Nagel betonte abschließend, dass die Bundesbank trotz der Verluste ihre Aufgaben zur Preisstabilität und Währungssicherung „vollumfänglich“ erfüllen könne.

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