Commerzbank wehrt sich mit Rekordzahlen gegen Unicredit-Übernahme
Im anhaltenden Kampf um die Eigenständigkeit hat die Commerzbank im Geschäftsjahr 2025 ein beeindruckendes operatives Ergebnis von 4,5 Milliarden Euro erzielt, was einem Anstieg von 18 Prozent entspricht. Der Konzerngewinn belief sich auf 2,6 Milliarden Euro. Diese starken Zahlen dienen als Bollwerk gegen die Übernahmeambitionen des italienischen Rivalen Unicredit, der seine Beteiligung an der Frankfurter Bank auf über 26 Prozent erhöht hat.
Ehrgeizige Ziele und Aktionärsbelohnungen
Für das Jahr 2026 hat die Commerzbank ihre Gewinnziele deutlich nach oben geschraubt. Das Nettoergebnis soll nun über dem ursprünglichen Ziel von 3,2 Milliarden Euro liegen, während der Zinsüberschuss auf rund 8,5 Milliarden Euro angehoben wurde. Vorstandschefin Bettina Orlopp betonte: "Wir haben unsere ehrgeizigen Wachstumsziele für 2025 nicht nur erreicht, sondern an vielen Stellen sogar übertroffen. Unser Aktienkurs hat sich mehr als verdoppelt, was zeigt, dass die Commerzbank heute in einer anderen Liga spielt." Um die Aktionäre bei Laune zu halten, plant die Bank eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie und einen Aktienrückkauf von bis zu 540 Millionen Euro.
Widerstand gegen Unicredit
Die italienische Unicredit, unter Führung von Andrea Orcel, hat ihr Übernahmeinteresse an der Commerzbank wiederholt öffentlich bekundet, jedoch noch kein offizielles Angebot vorgelegt. Ab einer Beteiligung von 30 Prozent wäre Unicredit verpflichtet, ein Übernahmeangebot für alle Aktien abzugeben. Das Management der Commerzbank lehnt eine Übernahme entschieden ab und setzt auf die Unabhängigkeit des Bankhauses. Dieser Widerstand wird auch vom Betriebsrat und der deutschen Politik unterstützt. Der gestiegene Aktienkurs der Commerzbank erschwert zudem eine mögliche Übernahme finanziell.
Die Strategie der Commerzbank zielt darauf ab, durch finanzielle Stärke und attraktive Aktionärsrenditen die Eigenständigkeit zu sichern und Unicredit auf Distanz zu halten. Die nächsten Monate werden zeigen, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Übernahmeschlacht zu gewinnen.



