Moderate Gewerbesteuererhöhung in Rehna entlastet Unternehmen
Die Unternehmen in Rehna müssen sich im Jahr 2026 auf eine Erhöhung der Gewerbesteuer einstellen, doch die Belastung fällt deutlich geringer aus als ursprünglich befürchtet. Statt eines drastischen Anstiegs auf 395 Prozent wird der Hebesatz von bisher 350 auf 370 Prozent angehoben. Diese Entscheidung trafen die Rehnaer Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig, nachdem Marcel Lütjohann von der CDU einen entsprechenden Änderungsantrag eingebracht hatte.
Stadtvertreter setzen auf maßvolle Steuerpolitik
Marcel Lütjohann betonte in der Debatte: „Wir können nicht von heute auf morgen solch einen großen Schritt machen und die Unternehmen so stark belasten.“ Diese Haltung teilte auch Rehnas stellvertretender Bürgermeister Henry Wanzenberg, der auf Nachfrage erklärte: „Es wäre das falsche Signal, die Gewerbesteuer so massiv in der heutigen Zeit zu erhöhen.“ Die ursprünglich geplante Erhöhung auf 395 Prozent hätte Mehreinnahmen von etwa 120.000 Euro im Haushaltsjahr 2026 bedeutet, doch die Stadtvertreter lehnten diese Option ab.
Bürgermeister Martin Reininghaus und weitere Vertreter wie Michael Drews unterstützten die moderate Lösung. Drews wies jedoch darauf hin: „Dieses Thema wird uns weiterhin ereilen.“ Er schlug für die Zukunft einen Stufenplan vor, um drastische Steuererhöhungen auf einen Schlag zu vermeiden und den Unternehmen Planungssicherheit zu bieten.
Kommunalaufsicht prüft Entscheidung
Ob die Kommunalaufsicht des Landkreises Nordwestmecklenburg dem beschlossenen Hebesatz von 370 Prozent zustimmt, bleibt abzuwarten. Die Aufsichtsbehörde hatte zuvor darauf gedrängt, dass die Stadt angesichts der kritischen Haushaltslage unverzüglich Maßnahmen ergreift, um 120.000 Euro einzusparen oder einzunehmen. Eine Möglichkeit hierfür wäre die Erhöhung der Gewerbesteuer auf 395 Prozent gewesen, doch Rehna entschied sich für einen sanfteren Ansatz.
Grundsteuer bleibt stabil – Investitionen geplant
Von einer Erhöhung der Grundsteuern A und B sehen die Stadtvertreter derzeit ab. Die aktuellen Hebesätze liegen bei 323 Prozent für Grundsteuer A und 427 Prozent für Grundsteuer B. Dadurch werden voraussichtlich Einnahmen in Höhe von 52.100 Euro bei der Grundsteuer A sowie 390.000 Euro bei der Grundsteuer B erzielt. Diese Stabilität soll Hausbesitzer entlasten und die Attraktivität des Standorts erhalten.
Trotz der angespannten Haushaltslage plant Rehna weitere Investitionen in die Infrastruktur. Dazu zählen:
- Eine millionenschwere Schulsanierung, die in wenigen Monaten starten soll und für die Fördermittel bereitstehen.
- Die Sanierung des Gehwegs am Rehnaer Molkereiberg mit geschätzten Kosten von 75.000 Euro.
- Der Bau eines etwa 100 Meter langen Gehwegs im Ortsteil Brützkow, um die Sicherheit für Schulkinder zu erhöhen, mit einer Kostenschätzung von etwa 84.000 Euro.
Diese Projekte unterstreichen das Engagement der Stadt für eine nachhaltige Entwicklung, auch wenn die finanzielle Lage Herausforderungen mit sich bringt. Die moderate Gewerbesteuererhöhung soll dabei helfen, die Balance zwischen notwendigen Einnahmen und der Entlastung der lokalen Wirtschaft zu wahren.



