Nach dem starken Preisanstieg der vergangenen Jahre wird Kaffee nun wieder günstiger. Nachdem zunächst die großen Handelsketten die Preise ihrer Eigenmarkenprodukte gesenkt haben, folgen nun die Marken. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass die großen Lebensmittelhändler die Preise für Jacobs, Lavazza und Co. reduzieren.
Lidl senkt Preise um bis zu zehn Prozent
Der Discounter Lidl hat bereits vor gut einer Woche die Preise für Markenkaffee gesenkt – um bis zu zehn Prozent. Konkret kostet Jacobs Krönung in der 500-Gramm-Packung nun 9,99 Euro statt bisher 10,49 Euro. Das gilt auch für Dallmayr Prodomo. Lavazza Crema e Aroma in der Ein-Kilogramm-Packung ist für 19,99 Euro statt 20,99 Euro erhältlich. Der Preis für ein Kilo Melitta BellaCrema fällt von 19,99 Euro auf 17,99 Euro.
Kaufland und Aldi ziehen nach
Auch Kaufland hat die Preise für vergleichbare Produkte bundesweit angepasst und nennt dieselben Endpreise. Aldi Nord und Aldi Süd haben nach eigenen Angaben zu Wochenbeginn ebenfalls dauerhaft Preise bestimmter Marken gesenkt – unter anderem für Lavazza Crema e Aroma und Jacobs Krönung.
Weitere Händler kündigen Preissenkungen an
Die meisten anderen großen Händler kündigten ebenfalls Preissenkungen an, aber teils ohne konkrete Marken und Preise zu nennen. „Bei den Eigenmarken ist das zum Teil schon geschehen, weitere Reduzierungen folgen“, hieß es etwa von Edeka. Rewe und Penny wollen nach eigenen Angaben ebenfalls die Preise für die genannten Produkte anpassen. Eine Netto-Sprecherin teilte mit, man senke die Preise marktkonform. Das betreffe auch die Markenprodukte. Norma erklärte hingegen, keine weiteren Preissenkungen vorzunehmen. Der Discounter verweist auf eine Mitte Mai verkündete Preissenkung, die bis heute Bestand habe. Damals wurden 14 Kaffeeprodukte der Eigenmarken günstiger.
Hintergrund: Preisanstieg durch schlechte Ernten
In den vergangenen Jahren hatten Kundinnen und Kunden beim Kaffee immer wieder kräftige Preissprünge erlebt – insbesondere ausgelöst durch höhere Rohstoffkosten nach schlechten Ernten in wichtigen Anbauländern. So verwiesen Händler und Experten bei früheren Preisanstiegen auf Trockenheit und schwache Ernten, vor allem im wichtigsten Erzeugerland Brasilien. Im Einzelhandel folgten auf die teils deutlichen Preisaufschläge nun seit Herbst 2025 erste Rückgänge: Im Oktober 2025 senkten große Ketten die Preise ihrer Eigenmarken erstmals nach längerer Zeit wieder leicht, im Mai 2026 folgte eine weitere Runde mit Abschlägen von bis zu 50 Cent je Packung. Trotz der jüngsten Entspannung liegt das Preisniveau nach Angaben des Statistischen Bundesamts weiterhin deutlich über dem von 2020.



