Herrenhaus an der Ostsee: Preis um 25% gesenkt - Neuer Besitzer für historisches Anwesen gesucht
Herrenhaus an Ostsee: Preis um 25% gesenkt - Käufer gesucht

Historisches Herrenhaus an der Ostseeküste sucht neuen Eigentümer

Ein beeindruckendes Herrenhaus in Wichmannsdorf, einem Ortsteil der Stadt Kröpelin im Landkreis Rostock, steht aktuell zum Verkauf bereit. Besonders bemerkenswert: Der ursprünglich angesetzte Verkaufspreis wurde um satte 25 Prozent gesenkt. Statt der anfänglichen 3,6 Millionen Euro sind nun nur noch 2,7 Millionen Euro für das historische Anwesen fällig.

Vom Verfall zum Schmuckstück: Eine bewegende Sanierungsgeschichte

Der heutige Besitzer erwarb das um 1910 erbaute Herrenhaus im Jahr 2002 von der Gemeinde Jennewitz/Wichmannsdorf. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Immobilie in einem katastrophalen Zustand. Jahrelange Vernachlässigung und massiver Vandalismus hatten das Gebäude schwer beschädigt. Im Inneren türmten sich riesige Müllberge, sämtliches ursprüngliches Inventar war zerstört, nicht einmal ein Fensterknebel blieb erhalten.

Mit großem Engagement widmete sich der Eigentümer der umfassenden Sanierung. Er ließ ein neues Dach installieren, neue Fenster und Türen einbauen sowie einen frischen Putz anbringen. Auch den Außenbereich verwandelte er wieder in einen ansehnlichen Park. Das Ergebnis dieser jahrelangen Bemühungen ist ein wahres Kleinod, das nun auf einen neuen Besitzer wartet.

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Imposante Größe und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Das dreigeschossige, neoklassizistische Herrenhaus verfügt über eine Wohnfläche von 1.450 Quadratmetern, die sich auf insgesamt 45 Zimmer verteilen. Im Innenbereich wurden sechs Wohnungen geschaffen, die überwiegend als Feriendomizile genutzt werden. Der öffentliche Bereich diente in der Vergangenheit bereits für verschiedene Veranstaltungen und Events.

Vassili Eichler von der immvert GmbH, die mit dem Verkauf beauftragt ist, sieht zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten für das Anwesen. „Das Herrenhaus eignet sich ideal als privater Wohnsitz, repräsentative Kanzlei oder Praxis, kulturelle Einrichtung, Boutique-Hotel oder hochwertige Ferienanlage“, erklärt der auf Insolvenzimmobilien spezialisierte Experte. Die solide Bausubstanz und bereits durchgeführten Modernisierungen bieten ein stabiles Fundament für zukünftige Visionen.

Herausforderung auf dem Immobilienmarkt

Seit zwei Monaten bietet die Leipziger Immobilienfirma das 38.688 Quadratmeter große Anwesen zum Verkauf an. Obwohl sich der Immobilienmarkt nach dem schweren Einbruch in den Jahren 2023/24 wieder erholt hat, gestaltet sich die Suche nach einem Käufer für dieses außergewöhnliche Objekt als schwierig. Diese Herausforderung führte schließlich zur deutlichen Preissenkung.

Die Lage des Herrenhauses ist dabei durchaus attraktiv: Nur 13 Autominuten trennen das Anwesen von den beliebten Ostsee-Urlaubsorten Kühlungsborn und Rerik. Eingebettet in einen historischen Park bietet die Immobilie nicht nur Raum, sondern auch eine besondere Atmosphäre.

Eine bewegte Geschichte voller Wendungen

Wer das Anwesen erwirbt, übernimmt auch ein Stück bewegter Geschichte. Nach der Fertigstellung im Jahr 1911 zog Landrätin Sophie von Oertzen als erste Bewohnerin in den Witwensitz ein. Nach ihrem Tod 1930 übernahm ihre Tochter Eleonore von Oertzen das Anwesen und verpachtete es an ihren Sohn Hans von Wilamowitz-Möllendorf, der dort mit seinen beiden Schwestern lebte.

Im Jahr 1945 wurde die Familie im Zuge der Bodenreform enteignet. In der Folgezeit diente das Herrenhaus verschiedenen Zwecken:

  • Einrichtung einer Schule und Unterbringung von Flüchtlingen
  • Übernahme durch den VEB Ludwigsfelde 1977 als Kulturraum mit Großküche, Konsum, Ambulanz sowie Ferien- und Schulungsheim
  • Anlage einer Kegelhalle und eines Tennisplatzes nach 1981
  • Einrichtung einer Kellerbar und Gaststätte

Nach der Wende ging das Kombinat Ludwigsfelde 1992 in Konkurs. Die Gemeinde Jennewitz/Wichmannsdorf erhielt das Herrenhaus zurück, konnte die finanziellen Verpflichtungen jedoch nicht erfüllen. Ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Ludwigsfelde und der Gemeinde verursachte schließlich Schulden in Höhe von etwa fünf Millionen Euro. Immer wieder zeigten Interessenten Interesse an dem Anwesen, scheiterten jedoch an den massiven Streitigkeiten und finanziellen Belastungen.

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Erst mit dem Kauf durch den aktuellen Besitzer im Jahr 2002 begann die erfolgreiche Sanierung, die das Herrenhaus zu dem machte, was es heute ist: Ein historisches Schmuckstück an der Ostseeküste, das auf einen neuen Kapitel in seiner langen Geschichte wartet.