Neustrelitzer Sorgenkind: Bruchstraße-Haus erneut versteigert
Bei der Norddeutschen Frühjahrsauktion der Grundstücksauktionen kamen zwei Immobilien aus Neustrelitz unter den Hammer. Besonders im Fokus stand dabei ein stadtbekanntes Sorgenkind: das Mehrfamilienhaus in der Bruchstraße 6/6a. Mit einem Startgebot von 49.000 Euro ging das Gebäude exakt zu diesem Preis an einen neuen Eigentümer. Dies ist nicht das erste Mal, dass das Haus auf der Auktionsliste der Norddeutschen Grundstücksauktionen stand.
Eine wechselvolle Geschichte
Bereits im Jahr 2015 hatte ein Rostocker Unternehmer das sanierungsbedürftige Haus ersteigert. Damals war es für nur 3.000 Euro in die Versteigerung gegangen und schließlich für 18.000 Euro den Besitzer gewechselt. Das mehr als 90 Jahre alte Gebäude mit über 1.000 Quadratmetern Wohnfläche und einem 386 Quadratmeter großen Grundstück schien zunächst ein Schnäppchen zu sein. Doch die Freude währte nur kurz: Der enorme Sanierungsbedarf überforderte den Unternehmer, und das Haus ging nach nur zwei Jahren zurück an das Auktionshaus.
In Neustrelitz gilt das baufällige Gebäude seit Jahren als städtebaulicher Missstand. Bei der erneuten Versteigerung mit einem Startgebot von 3.000 Euro schien sich dann eine Wende abzuzeichnen: Eine Berliner Immobilienfirma erhielt den Zuschlag und plante umfangreiche Sanierungs- und Neubaumaßnahmen. Dazu gehörten 15 Wohnungen mit Balkonen und Aufzug im Bestandsgebäude sowie neue Wohnungen auf dem angrenzenden Grundstück in der Glambecker Straße, das die Firma zusätzlich erworben hatte.
Rückzieher und neue Hoffnung
Doch im Sommer des vergangenen Jahres zog die Berliner Firma überraschend zurück. Die Gründe für diese Entscheidung wurden nicht öffentlich gemacht. Nun steht das Haus erneut unter neuen Eigentümern, deren Identität die Auktionsfirma aus Datenschutzgründen nicht preisgibt. In den Unterlagen zum Angebot sind neben zahlreichen Mängeln auch bestehende Baugenehmigungen vermerkt: eine Verlängerung der Sanierungsgenehmigung für das Mehrfamilienhaus bis zum 12. April 2026 sowie eine Genehmigung für den Neubau eines Wohnhauses mit acht Wohneinheiten bis zum 24. Oktober 2026.
Ob diese Pläne nun weiterverfolgt werden, bleibt abzuwarten. Die Innenstadt von Neustrelitz ist nur noch bis Ende 2028 als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Bis dahin könnten Eigentümer noch Fördermittel aus Städtebauprogrammen für die dringend notwendige Sanierung beantragen.
Zweite Immobilie ebenfalls versteigert
Neben dem Bruchstraße-Haus fand auch eine zweite Neustrelitzer Immobilie bei der Auktion einen Käufer. Das baufällige Wohnhaus in der Josef-Jakubowski-Straße in Altstrelitz wurde für 5.500 Euro versteigert, nachdem das Einstiegsgebot lediglich um 500 Euro überboten worden war. Damit wechselten innerhalb kurzer Zeit zwei problematische Immobilien in der Stadt den Besitzer, deren Zukunft nun in den Händen der neuen Eigentümer liegt.



