TAG Wohnen setzt auf historische Werkssiedlung in Roßlauer Biethe
Die TAG Wohnen, eine Tochtergesellschaft der TAG Immobilien AG, hat einen bedeutenden Teil der historischen Werkssiedlung in der Roßlauer Biethe erworben. Diese Siedlung stammt aus den 1950er Jahren und ist in den letzten Jahren zunehmend von Leerstand betroffen gewesen. Jetzt plant das Unternehmen umfangreiche Investitionen, um das Potenzial des Areals voll auszuschöpfen.
Strategie: Fokus auf die zweite Reihe statt Großstädte
Claudia Hoyer, Vorstand der TAG Immobilien AG, betont die Unternehmensstrategie: „Wir sind nicht die, die in Großstädte gehen. Wir gehen in die zweite Reihe, das ist unsere Strategie.“ Diese Philosophie spiegelt sich deutlich im Engagement für die Roßlauer Biethe wider. Die Siedlung, die ursprünglich für Arbeiter eines lokalen Werks errichtet wurde, bietet laut Hoyer einzigartige Chancen für nachhaltige Stadtentwicklung.
Timo Triepel, Chef der VS 92, erläutert die konkreten Pläne für den sogenannten Rundling in der Biethe. Die Vision umfasst nicht nur die Sanierung bestehender Gebäude, sondern auch die Schaffung neuer Wohn- und Gemeinschaftsflächen. Dabei soll der historische Charakter der Siedlung bewahrt werden, während moderne Standards in Energieeffizienz und Wohnkomfort integriert werden.
Bundesgartenschau 2035 als möglicher Referenzpunkt
Bei einer kürzlich stattgefundenen Fachtagung wurde die Werkssiedlung als potenzielles Referenzobjekt für die Bundesgartenschau 2035 identifiziert. Experten sehen in der geplanten Revitalisierung ein Modellprojekt für den Umgang mit historischen Wohnsiedlungen in strukturschwächeren Regionen. Die Integration von Grünflächen und nachhaltigen Konzepten könnte die Siedlung zu einem Aushängeschild für die Gartenausstellung machen.
Die TAG Wohnen erkennt in der Roßlauer Biethe nicht nur immobilienwirtschaftliches Potenzial, sondern auch die Chance, einen Beitrag zur regionalen Entwicklung zu leisten. Durch die Investitionen sollen langfristig attraktive Wohnräume entstehen, die sowohl den Bedürfnissen der Bewohner als auch den Anforderungen des Denkmalschutzes gerecht werden.
Die Pläne sehen vor, den Leerstand schrittweise zu reduzieren und die Siedlung durch gezielte Maßnahmen wiederzubeleben. Dazu gehören neben baulichen Verbesserungen auch die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Einbindung der Anwohner in den Entwicklungsprozess. Die TAG Wohnen setzt damit ein Zeichen für verantwortungsvolles Investment abseits der großen Metropolen.



