Creditreform: Deutlich mehr Firmenpleiten in Brandenburg
Creditreform: Deutlich mehr Firmenpleiten in Brandenburg

Die anhaltende Wirtschaftskrise in Deutschland führt auch in Brandenburg zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Laut Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform werden bis Ende des ersten Halbjahres 2025 voraussichtlich 280 Unternehmen im Bundesland Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Anstieg um fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie Creditreform mitteilte.

Berliner Entwicklung gegen den Trend

Während Brandenburg einen klaren Anstieg verzeichnet, zeigt sich in der Hauptstadt Berlin eine gegenläufige Entwicklung. Hier rechnet Creditreform für das erste Halbjahr mit rund 1.010 Insolvenzen – ein Rückgang um knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die unterschiedliche Dynamik in den beiden Bundesländern spiegelt die regionalen Unterschiede in der wirtschaftlichen Betroffenheit wider.

Bundesweiter Trend und Prognose

Deutschlandweit erwartet Creditreform wie in Brandenburg einen Anstieg der Unternehmenspleiten um fast acht Prozent. „Der Pleite-Höhepunkt ist noch nicht erreicht“, warnte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. „Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027.“ Die Prognose deutet auf eine längere Phase erhöhter Insolvenzrisiken hin.

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Ursachen der Krise

Die Gründe für die steigende Zahl der Firmenpleiten sind vielfältig. Hohe Energiepreise, eine verhaltene Konsumlaune der Verbraucher und bürokratische Belastungen setzen Unternehmen unter Druck. Hinzu kommen geopolitische Spannungen, etwa der Iran-Konflikt, der die Krise weiter verschärft hat. Besonders stark betroffen ist der Dienstleistungssektor, zu dem auch die Gastronomie zählt. Bundesweit entfielen im ersten Halbjahr fast 7.900 Insolvenzen auf diesen Bereich.

Ausblick und Handlungsbedarf

Die Zahlen von Creditreform unterstreichen die Dringlichkeit wirtschaftspolitischer Maßnahmen. Ohne ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, das frühestens 2027 erwartet wird, dürfte die Zahl der Insolvenzen weiter steigen. Unternehmen in Brandenburg und ganz Deutschland stehen vor der Herausforderung, sich an die schwierigen Rahmenbedingungen anzupassen, während Politik und Wirtschaft nach Lösungen suchen.

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