Industrie in MV schrumpft: Zahl größerer Betriebe sinkt kontinuierlich seit 2021
Industrie in MV schrumpft: Größere Betriebe werden weniger

Industrie in Mecklenburg-Vorpommern verliert an Größe: Größere Betriebe werden seltener

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein besorgniserregender Trend zu beobachten: Die Zahl der größeren Industriebetriebe nimmt kontinuierlich ab. Laut dem Statistischen Amt des Landes zählte man im Januar dieses Jahres nur noch 276 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten. Dies stellt einen Rückgang von fünf Betrieben im Vergleich zum Vorjahr dar und setzt eine Entwicklung fort, die seit 2021 anhält.

Historischer Höchststand und anschließender Einbruch

Die Entwicklung zeigt einen deutlichen Kontrast zu früheren Jahren. Von 2017 bis 2020 verzeichnete die Region noch ein stetiges Wachstum bei den größeren Industrieunternehmen. Im Januar 2020 erreichte die Zahl mit 326 Betrieben den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Doch dann folgten einschneidende Ereignisse: Die Corona-Pandemie sorgte für einen ersten Dämpfer, gefolgt vom Ukraine-Krieg und den daraus resultierenden höheren Energiepreisen. Seitdem ist die Zahl jedes Jahr gesunken, von 310 im Januar 2021 auf die aktuellen 276.

Parallel dazu ging auch die Beschäftigtenzahl in dieser Größenklasse zurück. Sie sank von 53.783 im Januar 2020 auf nunmehr 48.563. Dieser Rückgang unterstreicht die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Industrie in Mecklenburg-Vorpommern konfrontiert ist.

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Wenig Optimismus in der Konjunkturumfrage

Die wirtschaftliche Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern ist geprägt von Zurückhaltung. In der jüngsten Konjunkturumfrage der drei Industrie- und Handelskammern (IHK) des Landes stieg der Konjunkturklima-Indikator zwar leicht von 91 Punkten Anfang 2025 auf 95 Punkte an. Dennoch liegt dieser Wert deutlich unter dem zehnjährigen Mittel von 109 Punkten, wie die Kammern bei der Vorstellung der Zahlen im Februar betonten.

Die Umfrage basiert auf Antworten von knapp 900 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern und erfasst sowohl die Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für das kommende Jahr. Die Befragung fand von Mitte Dezember bis Mitte Januar statt und spiegelt die anhaltende Unsicherheit wider.

Forderungen an die Politik

Die heimische Wirtschaft richtet klare Forderungen an die Politik. Im Vordergrund stehen der Abbau von Bürokratie und niedrigere Energiepreise, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Zudem wird kritisiert, dass Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern bei Ausschreibungen für das 500-Milliarden-Sondervermögen des Bundes für Investitionen oft nicht zum Zuge kommen.

In anderen Bundesländern gelinge es seit Jahrzehnten, durch gezielte Formulierungen in Ausschreibungen Aufträge für heimische Unternehmen zu sichern – beispielsweise durch die Forderung, Subunternehmer aus dem eigenen Land zu beauftragen. Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern fordert ähnliche Maßnahmen, um die regionale Industrie zu unterstützen und den Abwärtstrend zu stoppen.

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