Milchpreisverfall: Butter für 99 Cent - Landwirt aus Querfurt warnt vor Höfesterben
Milchpreisverfall: Landwirt warnt vor Höfesterben

Milchpreise im freien Fall: Butter für 99 Cent alarmiert Landwirte

Im deutschen Lebensmittelhandel sind Molkereiprodukte derzeit wieder deutlich günstiger zu haben, doch für die produzierenden Landwirte bedeutet dieser Preisverfall eine existenzielle Bedrohung. Der Chef der Agrargenossenschaft Querfurt im Saalekreis, Jörg Kamprad, warnt eindringlich vor einem weiteren Höfesterben, sollte sich die Situation nicht bald verbessern.

Moderne Tierhaltung bei sinkenden Erlösen

Landwirt Jörg Kamprad steht in dem modernen Offenstall seiner Agrargenossenschaft in Querfurt, der bereits im Jahr 2011 errichtet wurde. Hier halten sich aktuell 820 Milchkühe, die sich in der großzügigen Anlage frei bewegen können. „Das kühle Wetter in der Nacht und den Morgenstunden macht unseren Kühen nichts aus. Zwischen vier und 15 Grad fühlen sie sich am wohlsten“, erklärt Kamprad. Der Betrieb setzt auf die Haltungsform drei und leistet damit einen aktiven Beitrag zum Tierwohl, wie der Landwirt betont.

Preisdruck gefährdet landwirtschaftliche Betriebe

Während Verbraucher sich über günstige Butterpreise von teilweise nur 99 Cent freuen können, stehen die landwirtschaftlichen Betriebe vor enormen Herausforderungen:

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  • Die Milchpreise sind in den letzten Monaten rapide gesunken.
  • Die Produktionskosten bleiben hingegen auf einem hohen Niveau.
  • Viele Betriebe können ihre Kosten kaum noch decken.
  • Existenzängste breiten sich unter den Landwirten aus.

Jörg Kamprad macht deutlich, dass die aktuellen Marktpreise für Milch und Molkereiprodukte für die meisten Bauernbetriebe nicht ausreichen, um wirtschaftlich zu überleben. Der Preisverfall trifft insbesondere Betriebe, die wie seine Agrargenossenschaft in moderne Ställe und tiergerechte Haltung investiert haben.

Zukunft der Milchviehhaltung in Gefahr

Der Landwirt aus Querfurt befürchtet, dass bei einer Fortsetzung des aktuellen Trends zahlreiche Höfe aufgeben müssen. „Wir brauchen faire Preise, die es uns ermöglichen, unsere Tiere artgerecht zu halten und in moderne Technologien zu investieren“, so Kamprad. Die Diskrepanz zwischen den niedrigen Verkaufspreisen im Handel und den tatsächlichen Produktionskosten werde für viele Betriebe immer unerträglicher.

Die Situation verdeutlicht ein grundlegendes Problem in der Lebensmittelkette: Während Verbraucher von Sonderangeboten profitieren, kämpfen die Erzeuger um ihr wirtschaftliches Überleben. Experten warnen bereits seit längerem vor den Folgen eines anhaltenden Preisverfalls für die regionale Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit mit heimischen Produkten.

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