Feuerwehrlogistik in Vorpommern: 41-Millionen-Neubau für Zentrale in Gützkow geplant
Feuerwehrlogistik: 41-Mio.-Neubau für Zentrale in Gützkow

Feuerwehrlogistik in Vorpommern: Mammutaufgabe hinter den Kulissen

Im Herzen Vorpommerns schlägt das logistische Herz der Feuerwehren: Die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) in Gützkow versorgt gemeinsam mit ihrer Schwestereinrichtung in Pasewalk sämtliche Feuerwehren des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Ein exklusiver Einblick hinter die Kulissen offenbart den enormen Arbeitsaufwand, der nötig ist, um 156 Feuerwehren mit etwa 4.500 Einsatzkräften betriebsbereit zu halten.

Logistischer Kraftakt: Von Schläuchen bis Atemschutz

„Wir sprechen hier von einem gewaltigen logistischen Aufwand“, erklärt Dietger Wille, Feuerwehrdezernent des Landkreises. Jährlich müssen etwa 11.000 Schläuche, tausende Atemschutzmasken und hunderte Fahrzeuge geprüft, gewartet und verteilt werden. Jede Woche durchlaufen rund 150 Schläuche ein aufwendiges Reinigungs- und Prüfverfahren.

Auf einer 25 Meter langen Bahn werden die Schläuche zunächst äußerlich gereinigt, bevor sie mit einem Wasserdruck von zwölf bis 16 Bar auf Risse und Undichtigkeiten getestet werden. Anschließend trocknen sie im 150 Meter hohen Schlauchturm. „Trotz ihrer Robustheit müssen wir pro Jahr etwa 800 Schläuche aussondern“, berichtet FTZ-Leiter Frank Malkowsky. Der älteste noch im Einsatz befindliche Schlauch stammt sogar aus dem Jahr 1958.

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Atemschutzausbildung unter Extrembedingungen

Neben der Materiallogistik ist die FTZ auch ein zentraler Ausbildungsort. Der Landkreis zählt etwa 1.500 Atemschutzmaskenträger, die jährlich eine verpflichtende Übung absolvieren müssen. In einem speziell eingerichteten Kellerraum durchlaufen die Kameraden einen anspruchsvollen Hindernisparcours unter extremen Bedingungen.

Bei bis zu 120 Grad Celsius, in völliger Dunkelheit und mit simulierten Einsatzgeräuschen müssen sie sich durch enge Röhren, Türen und Klappen navigieren. Diese Übung ist essenziell für den Erhalt der sogenannten „Masken-Schein“-Lizenz und stellt sicher, dass die Einsatzkräfte auch unter realistischen Stressbedingungen handlungsfähig bleiben.

41-Millionen-Euro-Projekt: Neubau mit mehr Platz

Da die bestehenden Räumlichkeiten allmählich zu klein werden und dringend sanierungsbedürftig sind, plant der Landkreis einen Neubau der FTZ. Das Grundstück in Gützkow ist bereits gesichert und bietet fünf- bis sechsmal mehr Fläche als der aktuelle Standort. Im Oktober 2025 wurde der Landrat durch Kreistagsbeschluss ermächtigt, die notwendigen Planungsleistungen in Auftrag zu geben.

Die geschätzten Kosten für das Projekt belaufen sich auf 41 Millionen Euro. „Wir gehen vorsichtig von einer Eröffnung im Jahr 2030 aus“, so Dezernent Wille. FTZ-Leiter Malkowsky betont die Bedeutung der Mitarbeiterbeteiligung: „Jeder Kamerad soll die Möglichkeit haben, seine Anmerkungen zum Neubau einzubringen“, erklärt der 35-Jährige. So sollen alle Anforderungen an Wartung, Ausbildung und Übungsmöglichkeiten optimal berücksichtigt werden.

Neben der Schlauchaufbereitung und Atemschulung verfügt die FTZ auch über eine Anlage für Chemikalienschutzanzüge und kümmert sich um die Wartung der Druckluftflaschen. Dieser umfassende Service macht die Einrichtung zur unverzichtbaren Stütze für den Brandschutz in der gesamten Region Vorpommern-Greifswald.

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