Jürgen Friese, der sich selbst „Mensch Jürgen“ nennt, ist mit einem ungewöhnlichen Gefährt unterwegs: einem Mini-Wohnmobil, das er mit seinem Elektrofahrrad zieht. Der 57-Jährige legte kürzlich auf dem Weg von Jabel nach Mirow einen Zwischenstopp in Waren (Müritz) ein, um den Akku seines Fahrrads zu laden. Sein kleines Zuhause auf Rädern wiegt rund 50 Kilogramm, und er lebt bewusst minimalistisch. „Man hat immer viel zu viele Klamotten und zu viel Zeug. Dabei braucht man das alles gar nicht“, sagt er.
Seinen Lebensunterhalt verdient er im Sommer unter anderem mit dem Verkauf von Eiern, Honig und anderen regionalen Produkten. Im Winter arbeitet er saisonal, meist in der Gastronomie, und hat dabei Jobs mit Personalwohnung in Bayern und Österreich gefunden. Für solche Einsätze reist er mit dem Zug und stellt sein Hab und Gut bei Freunden unter. Flexibilität ist für ihn essenziell.
Sein Fahrradwohnmobil ist zwei Meter lang, 90 Zentimeter breit und etwa einen Meter hoch. Eine Solaranlage auf dem Dach mit 400 Watt Leistung versorgt ihn mit Strom für Handy, Akkus und das Fahrrad. Übernachtet am liebsten auf Wohnmobilplätzen oder an Wasserwanderrastplätzen, wo es Strom und Wasser gibt. Sein ungewöhnliches Gefährt zieht neugierige Blicke auf sich, und er beantwortet gern Fragen dazu.
Früher lebte Mensch Jürgen mit seiner Familie in Berlin, zog nach der Trennung an den Stadtrand und dann nach Mirow, wo er eine Wohnung und Arbeit hatte, aber fast nur auf dem Campingplatz war. Er gab die Wohnung auf, suchte Arbeit mit Unterkunft und Verpflegung und sparte Geld, um sich das Mini-Wohnmobil für rund 5000 Euro zu kaufen. Heute dokumentiert er sein Leben auf YouTube und TikTok. Sein großer Traum: eine Reise durch Schweden mit Fahrrad und Mini-Wohnmobil.



