Steuerfahndung durchsucht Wiesbadener Zentrale von russischer Streamingplattform Kartina.TV
Razzia bei russischer Streamingplattform Kartina.TV in Wiesbaden

Steuerermittlungen gegen russische Streamingplattform Kartina.TV in Wiesbaden

Die Streamingplattform Kartina.TV, die russischsprachiges Fernsehen im Westen verbreitet, steht im Fokus von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Steuervergehen. Am 24. März 2026 haben Beamte der Steuerfahndung und des Bundeskriminalamts (BKA) die Firmenzentrale in Wiesbaden durchsucht. Der Verdacht richtet sich auf Steuerhinterziehung in einem Volumen von mehreren Millionen Euro.

Großrazzia mit umfangreichen Ermittlungen

Die Razzia erfolgte unter der Leitung der zuständigen Steuerbehörden in Zusammenarbeit mit dem BKA. Die Ermittler durchsuchten die Geschäftsräume der Plattform und beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial, darunter digitale Datenträger und Geschäftsunterlagen. Die Aktion war das Ergebnis langwieriger Vorermittlungen, die Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Steuererklärung und -zahlung ergeben hatten.

Kartina.TV ist ein bedeutender Anbieter von russischsprachigen Fernsehprogrammen außerhalb Russlands und hat eine große Nutzerbasis in Europa und Nordamerika. Die Plattform überträgt zahlreiche Sender aus Russland und anderen postsowjetischen Staaten und bietet damit Exilrussen und russischsprachigen Gemeinschaften Zugang zu heimischen Medieninhalten.

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Verdacht auf Steuerhinterziehung in Millionenhöhe

Den Ermittlungen zufolge soll die Plattform über einen längeren Zeitraum hinweg Steuern in erheblichem Umfang hinterzogen haben. Die genaue Höhe des Schadens wird derzeit noch geprüft, erste Schätzungen gehen jedoch von einem Betrag im zweistelligen Millionenbereich aus. Die Behörden prüfen unter anderem, ob alle Einnahmen korrekt deklariert und versteuert wurden.

Die Durchsuchung in Wiesbaden markiert einen wichtigen Schritt in den Ermittlungen, die möglicherweise weitere rechtliche Schritte nach sich ziehen könnten. Die Plattformbetreiber haben sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Die Ermittlungen dauern an, und es wird erwartet, dass in den kommenden Wochen weitere Details bekannt werden.

Dieser Fall unterstreicht die wachsende Aufmerksamkeit der Behörden für internationale Medienunternehmen und deren steuerliche Verpflichtungen. Insbesondere Plattformen mit grenzüberschreitenden Geschäftsmodellen stehen zunehmend im Fokus von Steuerprüfungen.

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