Güstrow: Barlach Stuben schließen nach zehn Jahren - Indisches Restaurant übernimmt
Barlach Stuben in Güstrow schließen - Inder übernimmt

Güstrower Traditionsrestaurant schließt nach einem Jahrzehnt

Die Barlach Stuben in der Plauer Straße/Ecke Bachstraße in Güstrow haben endgültig ihre Pforten geschlossen. Das Restaurant mit traditioneller Mecklenburger Küche, das sich schräg gegenüber vom Güstrower Schloss befand, hatte am 8. März seinen letzten Öffnungstag. Seitdem hängen nicht nur die Stühle hochgestellt und die Rollos heruntergezogen – auch das Schild mit dem Restaurantnamen wurde bereits entfernt.

Inhaber ziehen Bilanz nach zehn erfolgreichen Jahren

Frank und Claudia Dankert, die das Restaurant seit 2016 führten, bestätigen das Ende der Barlach Stuben. „Wir hören nach zehn Jahren auf“, erklärt Frank Dankert. „Eigentlich war geplant, das Restaurant nur einige Jahre zu betreiben, aber nun sind es zehn Jahre geworden – länger als ursprünglich vorgesehen.“ Der 60-jährige Gastronom möchte künftig weniger arbeiten und konzentriert sich auf seine anderen Betriebe: die Marktfleischerei und die Viehhalle, die für Tagungen und private Feiern gebucht werden kann.

Personalwechsel als weiterer Grund für die Schließung

Ein entscheidender Faktor für den Zeitpunkt der Schließung war der Weggang langjähriger Mitarbeiterinnen. Chefköchin Petra Lestin, die von Anfang an dabei war und als „Mutti der Barlach Stuben“ galt, geht in Rente. „Mit einem guten Koch steht und fällt so ein Restaurant“, betont Frank Dankert. Zum Team gehörten außerdem Koch Florian Zillmer, die Köchinnen Jessica Schröder und Karin Dobrewa sowie Restaurantfachfrau Celina Schmidt.

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Mecklenburger Spezialitäten und gemütliche Atmosphäre

Die Barlach Stuben boten auf 60 Innenplätzen und 30 Terrassenplätzen regionale deutsche Küche an. Besonders beliebt waren Mecklenburger Spezialitäten wie:

  • „Himmel und Erde“ – Kartoffel-Apfel-Stampf mit Rotweinsauce, Kassler, gebratener Geflügelleber und braunen Zwiebeln
  • Güstrower Sauerfleisch

„Das Schönste an der Restaurantzeit war das viele gute Feedback der Gäste“, erinnert sich Frank Dankert. „Sie fanden es bei uns nicht nur geschmacklich hervorragend, sondern auch besonders gemütlich.“ Regelmäßige Veranstaltungen zu Weihnachten gehörten ebenfalls zum festen Programm.

Indisches Restaurant übernimmt die Räumlichkeiten

Ab dem 1. Mai werden die Räume im Erdgeschoss des Hauses weiterhin gastronomisch genutzt – allerdings mit einem völlig neuen Konzept. Ein indisches Restaurant wird dort eröffnen. „Wir hätten gern einen Nachfolger mit einheimischer Küche gefunden“, bedauert Frank Dankert, „aber trotz intensiver Suche über die Dehoga und unsere Lieferanten ist uns das nicht gelungen.“ Dennoch sind die Dankerts froh, überhaupt einen erfahrenen Gastronomen gefunden zu haben, der bereits Restaurants in Berlin und Düsseldorf betrieben hat.

Gemischte Gefühle beim Abschied

Frank Dankert blickt mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die vergangenen zehn Jahre zurück. „Die Gastronomie ist gerade ein schwieriges Geschäft, vor allem wegen der gestiegenen Preise“, erklärt er. „Trotzdem waren wir immer gut besucht.“ Doch irgendwann wiederhole sich alles, und nach einem Jahrzehnt sei nun der richtige Zeitpunkt für einen Abschied gekommen. Die Ära der Barlach Stuben mit ihrer traditionellen Mecklenburger Küche gehört damit der Vergangenheit an.

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