Blau-Weiße Flotte startet verspätet in die Saison: Eis, Kosten und Bürokratie als Herausforderungen
Blau-Weiße Flotte: Später Saisonstart durch Eis und Kosten

Blau-Weiße Flotte: Später Saisonstart durch Eis und steigende Kosten

Die Blau-weiße Flotte wird in diesem Jahr deutlich später als ursprünglich geplant in die neue Saison starten. Grund dafür sind die anhaltenden Auswirkungen des strengen Winters, der mit Dauerfrost für dicke Eisdecken auf Seen und Flüssen in der Region gesorgt hat. „Wir wollten zum 8. März schon fahren, aber das hat sich überall erledigt“, erklärt Geschäftsführer Wolf-Dieter Schott, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Heidrun Moderecker-Schott führt. „Auch auf der Müritz.“

Personalmangel und steigende Kosten belasten den Betrieb

Derzeit ist das Team mit den intensiven Vorbereitungen für den Saisonstart beschäftigt. „Wir stellen Personal ein, und wir kümmern uns um die Technik. Ostern geht es wieder los – und bis dahin müssen wir auch die Fahrpläne fertig haben“, so Schott. Die vergangene Saison verlief zwar gut, doch für dieses Jahr rechnet der Binnenschiffer mit deutlich schwierigeren Bedingungen.

Die Herausforderungen sind vielfältig:

  • Die Spritpreise sind erneut stark gestiegen, was eine sorgfältige Planung des Schiffsbetriebs erforderlich macht.
  • Die Suche nach ausreichend Personal gestaltet sich schwierig, was direkte Auswirkungen auf den Fahrplan hat.
  • Ein Großteil der Belegschaft musste entlassen werden, da es in der Schifffahrt bei schlechtem Wetter keine Möglichkeit für Kurzarbeit gibt.

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Kritik an mangelnder staatlicher Unterstützung und Tourismuswerbung

Wolf-Dieter Schott äußert deutliche Kritik an der fehlenden staatlichen Unterstützung. „Von den Steuern, die wir zahlen, könnte ich meine Leute im Winter gut weiter beschäftigen. Früher waren wir als Saisonarbeiter eingestuft“, bedauert er. Vom November bis März seien kaum Urlauber in der Region, und der Tourismusverband werbe fast ausschließlich für Schwerin, Rostock und die Insel Rügen. „Wir brauchen Werbung aber auch für das Inland, für Städte wie Waren, Güstrow oder Demmin.“

MS „Hamburg“ bleibt vorerst im Hafen

Ein besonderes Problem stellt die MS „Hamburg“ dar. Das Schiff wurde erst kürzlich erneut Opfer von Einbrüchen und Vandalismus. „Die Auflagen sind so immens und die Kosten sind so hoch, dass wir schon überlegt haben, ob wir das Schiff aufgeben“, gesteht Schott. Die Instandsetzung ist noch nicht abgeschlossen, und eine Einsatzfähigkeit in dieser Saison erscheint unwahrscheinlich. „Der Wille ist da, aber es fehlt das Geld. Man kann nicht über seinen Schatten springen.“

Zukunftsperspektiven und Generationenwechsel

Trotz aller Widrigkeiten blickt der Familienbetrieb optimistisch in die Zukunft. „Unsere Jungs werden jetzt schrittweise die Verantwortung für die Firma übernehmen“, kündigt Schott an. Die jüngere Generation arbeite bereits seit Jahren mit und werde nun von den erfahrenen Unternehmern unterstützt. „Die Region ist super, wir werden nicht davon lassen. Und wir werden daran arbeiten, die Saison gut in den Griff zu kriegen.“

Die Blau-weiße Flotte steht somit vor einer herausfordernden Saison, geprägt von spätem Start, finanziellen Belastungen und strukturellen Problemen. Dennoch bleibt die Zuversicht, mit Engagement und familiärer Unterstützung die touristischen Attraktionen der Region weiterhin zugänglich zu machen.

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