Camping in der Müritzregion wird teurer: Preiserhöhungen trotz hoher Nachfrage
Camping in der Müritzregion: Preise steigen, Natur bleibt

Camping in der Müritzregion: Preise steigen, Naturerlebnis bleibt unbezahlbar

Die Campingsaison in der Müritzregion steht in den Startlöchern, doch für viele Urlauber wird der Aufenthalt in diesem Jahr teurer. Campingplatzbetreiber in ganz Mecklenburg-Vorpommern passen ihre Preise an gestiegene Betriebskosten an, wie aktuelle Entwicklungen zeigen.

Preisanpassungen auf beliebten Campingplätzen

Auf dem Warener Campingplatz „Ecktannen“ müssen Gäste in dieser Saison etwa einen Euro mehr pro Tag und Stellplatz bezahlen. Torsten Wiegner, Mitarbeiter des Platzes, erklärt die Entscheidung: „Wir machen das nicht gern und haben in den vergangenen Jahren gar nicht erhöht, aber nun kommen wir nicht mehr drumherum.“ Vom Mindestlohn bis zu eigenen Abgaben sei einfach nichts billiger geworden.

Der mit dem Camping-Info-Award ausgezeichnete Platz liegt auf Platz 8 der 100 am besten bewerteten Campingplätze in Europa. In der Hauptsaison werden nun zwischen 46 und 52 Euro pro Stellplatz fällig, wobei Extras für WLAN und Entsorgung zusätzlich anfallen.

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Investitionen in Infrastruktur und Service

Trotz der Preiserhöhungen investieren die Betreiber weiter in ihre Anlagen. Im Juni sollen auf dem Campingplatz Ecktannen zwei neue Sanitärhäuser entstehen. Eines war bereits geplant, das andere wird notwendig, nachdem ein Trakt im vergangenen Jahr durch Brandstiftung zerstört wurde. Die Kosten für solche Gebäude sind deutlich gestiegen – von ursprünglich veranschlagten 500.000 Euro auf nun etwa 750.000 Euro.

Wiegner betont: „Die Gäste bekommen dafür bei uns auch etwas geboten. Die Natur, das Wasser, die Umgebung mit attraktiven Ausflugszielen und einfach ein Gefühl, dass hier Mensch noch Mensch sein darf.“ Gerade in unsicheren Zeiten mit Kriegen und Krisen sei eine Auszeit in der Natur besonders wertvoll.

Ähnliche Entwicklung in Malchow

Auch auf dem Naturcampingplatz am Ostufer des Plauer Sees in Malchow müssen Camper in dieser Saison etwas mehr bezahlen. Sophia Schröder, die seit 13 Jahren auf dem Platz arbeitet, erklärt: „Aber mit einem Fünfer pro Familie mit zwei Kindern und Nacht ist man schon dabei.“ Die gestiegenen Kosten für Energie und Sprit könne man auf dem Areal mit seinen 120 Stellplätzen nicht vollständig auffangen.

Die Vorbereitungen für die Saison laufen auf Hochtouren. Spielplätze müssen instand gesetzt, Spuren des Winters beseitigt und Blumen gepflanzt werden. Schröder freut sich auf den Start: „Ostern soll es losgehen, das ist das Fest, auf das alle warten und unser großer Start.“

Herausforderungen bei der Personalsuche

Eine besondere Herausforderung stellt für viele Campingplatzbetreiber die Personalsuche dar. Sophia Schröder appelliert an junge Leute: „Es meldet sich einfach niemand. Dabei ist das so ein schöner Job im Freien, viel unter Leuten und mit einem tollen Team.“ Als Ausbildungsbetrieb suchen sie dringend Nachwuchs für die Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit.

Trotz aller Herausforderungen und Preisanpassungen bleibt der Zuspruch der Camper groß. Die ersten Buchungen für die neue Saison gingen bereits im November ein – durchaus unter Kenntnis der neuen Preise. Für viele Urlauber scheint das Naturerlebnis in der Müritzregion seinen Preis wert zu sein.

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