Campingplatz in Kärnten schließt nach 39 Jahren wegen neuer Aufenthaltsabgabe
Campingplatz schließt wegen neuer Gästegebühr in Kärnten

Campingplatz in Kärnten schließt nach 39 Jahren wegen neuer Aufenthaltsabgabe

Ein traditionsreicher Familienbetrieb in Österreich steht vor dem Aus: Der Campingplatz Ramsbacher in Gries, Kärnten, wird nach fast vier Jahrzehnten seinen Betrieb einstellen müssen. Der Grund dafür ist eine neue Aufenthaltsabgabe, die Camper ab dem 1. November 2026 pro Tag zahlen sollen.

Vier Euro pro Tag für Campinggäste

Campingplatz-Gründer Michael Ramsbacher (63) äußert sich verärgert über die geplante Regelung: „Unsere Campinggäste sollen ab 1. November 2026 vier Euro pro Tag zahlen.“ Die neue Abgabe wurde vom Kärntner Tourismuslandesrat beschlossen und vereinheitlicht bisherige Orts- und Nächtigungstaxen. Künftig werden landesweit 4,50 Euro pro Hotelgast und 4 Euro pro Campinggast fällig.

Die Betreiber sind verpflichtet, die Gebühr direkt bei ihren Gästen einzutreiben. Ramsbacher kritisiert besonders, dass nicht zwischen teuren Hotelunterkünften und günstigeren Campingplätzen unterschieden wird: „Das ist so, als würde man eine Flasche Champagner und ein Glas Wein um denselben Betrag erhöhen.“

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Familienbetrieb sieht keine Zukunft mehr

Der Campingplatz, der sich an der Südseite der Hohen Tauern befindet und auch im Winter ein beliebter Anlaufpunkt ist, wird seit 39 Jahren von der Familie Ramsbacher betrieben. Bisher fielen 2,40 Euro pro Person als Ortstaxe an. Ramsbacher spricht von einem „schweren Schlag“ für seinen Betrieb.

Sein Sohn Michael (33) hatte den Betrieb übernommen und wollte investieren sowie den Campingplatz erweitern. Doch durch die neue Abgabe sieht die Familie keine wirtschaftliche Perspektive mehr. Obwohl die Gebühr erst ab November 2026 gelten soll, plant Ramsbacher, den Betrieb bereits nach der Sommersaison 2026 einzustellen.

Besondere Härte für Campingurlauber

Der Unternehmer und langjährige Kommunalpolitiker betont, dass die Abgabe Campingplätze besonders hart trifft: „Campingurlauber haben meist ein fixes Urlaubsbudget. Am Ende zählt für unsere Gäste nur der Gesamtpreis – egal, wie viele Abgaben darin versteckt sind.“ Gegenüber Medien sprach er von einer „unerträglichen Ignoranz der Politik“.

Ramsbacher, der sich als „guter Rechner und schuldenfrei“ bezeichnet, sieht nur noch einen kleinen Hoffnungsschimmer: „Vielleicht machen wir mit Dauercampern weiter. Oder die Politik denkt nochmals über ihr Gesetz nach.“ Die Entscheidung markiert das vorläufige Ende einer fast vier Jahrzehnte währenden Familiengeschichte im Tourismussektor Kärntens.

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