DDR-Legende VT 18.16 kehrt zurück: Erste Ostsee-Fahrten bereits buchbar
DDR-Legende VT 18.16: Erste Ostsee-Fahrten buchbar

DDR-Legende VT 18.16 kehrt zurück: Erste Ostsee-Fahrten bereits buchbar

Ein technisches Wunderwerk der DDR ist nach jahrelanger Restaurierung wieder auf den Schienen unterwegs. Der legendäre Schnelltriebwagen VT 18.16, oft als DDR-ICE bezeichnet, könnte bald bei Veranstaltungen wie der Hanse Sail in Rostock oder den Störtebeker-Festspielen auf Rügen rollen. Bereits jetzt sind erste Fahrten an die Ostsee buchbar, darunter eine Reise nach Usedom.

Jahrelange Restaurierung eines Eisenbahn-Ikone

Die besten Zeiten dieser DDR-Legende schienen längst vorbei, doch ein engagierter Trupp von Eisenbahnenthusiasten hat sie wieder zum Leben erweckt. Nach etwa sieben Jahren harter Arbeit, finanziellen Herausforderungen und unzähligen Stunden Einsatz glänzt der VT 18.16 nun wieder in altem Glanz. Anfang März bewegte sich der Zug erstmals wieder auf öffentlichen Gleisen, ein Meilenstein für die gemeinnützige Gesellschaft SVT Görlitz, die das Projekt leitet.

In der DDR waren die Züge der Baureihe VT 18.16 das Aushängeschild der Deutschen Reichsbahn, eleganter als viele westliche Modelle. Sie verkehrten auf prestigeträchtigen Transitstrecken, die Devisen ins Land brachten, und verbanden Skandinavien über die DDR mit Osteuropa und Österreich. Mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde und Platz für etwa 140 Fahrgäste, inklusive eines MITROPA-Restaurantwagens, setzten sie Maßstäbe im Schnellverkehr.

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Historische Routen und neue Möglichkeiten

Fünf Hauptrouten gab es zu DDR-Zeiten, darunter der "Berlinaren" nach Schweden über Stralsund und der "Neptun" nach Dänemark über Rostock. Heute öffnen sich neue Perspektiven: Mario Lieb, Geschäftsführer der SVT Görlitz gGmbH, betont, dass der Zug dorthin fahren kann, wo es die Nachfrage gibt. Fahrten zur Hanse Sail oder zu Festspielen auf Rügen sind möglich, sofern Charteranfragen von Privatpersonen, Firmen oder Reisebüros eingehen.

Bereits jetzt bietet das Dresdner Reisebüro Maertens eine Fahrt für Ende 2026 an: den "SVT 18.16 Sonderzug Glühwein-Express Usedom". Diese fünftägige Reise startet in Dresden, mit Zustiegsmöglichkeiten in Cottbus und Berlin, und führt nach Heringsdorf auf Usedom. Laut Reisebüro sind vorrangig noch Plätze in der ersten Klasse verfügbar.

Zukunftspläne und Herausforderungen

Langfristig träumen die Zugretter sogar von Fahrten nach Schweden über Rostock, in Anlehnung an die historischen Routen des "Neptuns" und "Berlinaren". Allerdings wäre dies ein kostspieliges Unterfangen, das alle drei bis vier Jahre realisiert werden könnte, da es hohen Aufwand für Zulassungen, Hotelbuchungen und Fährentransfers erfordert. Derzeit konzentriert sich das Team auf den Feinschliff, darunter Korrekturen an der Elektrik und den Zugsicherungssystemen.

Finanziert wurde das Millionenprojekt durch Spenden, Fördermittel des Bundesverkehrsministeriums, des Freistaats und teilweise aus SED-Parteivermögen. Weitere Spenden sind willkommen, um laufende Kosten für Diesel, Wartung und Unterstellung in einer Halle in Radebeul zu decken. Mit diesem Comeback kehrt eine eisenbahntechnische Legende nicht nur allgemein zurück, sondern könnte bald auch den Norden Deutschlands bereichern.

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