Deutsche fahren spontan nach Polen: Bis zu 50 Cent Ersparnis pro Liter beim Tanken
Deutsche tanken in Polen: Bis zu 50 Cent pro Liter günstiger

Deutsche Autofahrer entdecken Polen als Tankparadies

Die Benzin- und Dieselpreise in Polen liegen nach wie vor deutlich unter den deutschen Preisen. Dieser markante Unterschied führt dazu, dass immer mehr Deutsche spontane Ausflüge über die Grenze unternehmen, um ihre Fahrzeuge kostengünstig zu betanken. An den polnischen Zapfsäulen reihen sich deutsche Autos aneinander, ein Phänomen, das besonders in Grenzregionen wie Swinemünde deutlich sichtbar ist.

Drastische Preisunterschiede motivieren zu Grenzübertritten

In den vergangenen Tagen konnten Autofahrer durchschnittlich fast 50 Cent pro Liter Super sparen, wenn sie in Polen tankten. Während der Liter Super in Deutschland teilweise bis zu 1,93 Euro kostete, war er direkt hinter der Grenze in Swinemünde für etwa 1,40 Euro erhältlich. Diese erhebliche Differenz macht den Tankstopp in Polen für viele Deutsche äußerst attraktiv, selbst wenn dafür längere Anfahrtswege in Kauf genommen werden müssen.

Steuern und Abgaben als Hauptursache für hohe deutsche Preise

Laut ADAC gibt es mehrere Gründe für die hohen Tankpreise in Deutschland, die alle mit Steuern und Abgaben zusammenhängen. Die Energieerzeugungssteuer, früher als Mineralölsteuer bekannt, schlägt mit stolzen 65,45 Cent pro Liter Benzin und 47,04 Cent pro Liter Diesel zu Buche. Darüber hinaus kommt auf den gesamten Tankvorgang die reguläre Mehrwertsteuer von 19 Prozent obendrauf.

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Ein weiterer signifikanter Kostentreiber ist die CO₂-Abgabe, die 2021 eingeführt wurde, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Die Einnahmen aus dieser Abgabe fließen in den Klima- und Transformationsfonds und werden für Wirtschaftsförderung und Klimaschutzmaßnahmen verwendet. Seit ihrer Einführung mit 25 Euro pro Tonne Kohlendioxid ist die Abgabe kontinuierlich gestiegen und erreichte 2025 bereits 55 Euro.

Ab 2026 bildet sich der Preis durch die Versteigerung von begrenzt verfügbaren CO₂-Zertifikaten, die sich laut ADAC in einem Korridor zwischen 55 und 60 Euro bewegen. Bei einem angenommenen Preis von 60 Euro pro Tonne CO₂ kostet ein Liter Benzin im Jahr 2026 etwa 17 Cent mehr, während Diesel sogar 19 Cent teurer wird als ohne diese Abgabe.

Persönliche Erfahrungen: „Eine Stunde Fahrt lohnt sich“

Der deutsche Rentner Harald W., der regelmäßig nach Polen fährt, um sein Auto und einen zusätzlichen Kanister zu betanken, äußert Unverständnis über die hohen Abgaben in Deutschland. „Wir müssen doch mal schauen, dass die Leute wieder ein wenig mehr Geld in der eigenen Tasche haben“, erklärt er dem Nordkurier. Er nimmt bewusst eine dreißigminütige Fahrt auf sich, um vom Festland auf die Insel zu gelangen. „Wenn ich hier volltanke und dann noch einkaufe, lohnt sich das auf jeden Fall“, betont er.

Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht die Wirtschaftlichkeit seines Vorhabens: Bei einer Gesamtstrecke von 100 Kilometern und einem durchschnittlichen Benzinpreis von 1,42 Euro in Polen entstehen lediglich Kosten von 8,52 Euro für Hin- und Rückfahrt. Ein 50-Liter-Tank mit Super kostet in Deutschland durchschnittlich etwa 87,50 Euro, während derselbe Tankvorgang in Polen nur 71 Euro erfordert. Die Differenz von fast acht Euro reicht in Polen für ein gutes Mittagessen, wie Harald grinsend anmerkt.

Bis zu 80 Kilometer Anfahrt sind wirtschaftlich sinnvoll

Selbst wenn man andere Gründe für einen Ausflug nach Polen, wie günstigere Zigaretten oder Wocheneinkäufe, außer Acht lässt, rechnet sich eine Anfahrt von mehr als 80 Kilometern allein zum Tanken. Diese Berechnung erklärt, warum an den Tankstellen direkt hinter der Grenze hauptsächlich deutsche Fahrzeuge zu sehen sind. Die finanzielle Ersparnis überwiegt deutlich die Kosten und den Aufwand der Anfahrt, was die spontanen Reisen vieler Deutscher nach Polen weiter antreibt.

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