Gastro-Expertin aus München fordert flexible Preise in Restaurants zur Bewältigung der Inflation
Flexible Preise in Restaurants: Gastro-Expertin fordert Revolution

Gastro-Expertin aus München fordert Preisrevolution in Restaurants

Die Inflation setzt der Gastronomiebranche massiv zu und zwingt zu innovativen Lösungen. Eva Herrmann, eine erfahrene Gastro-Expertin aus München, schlägt eine radikale Neuerung vor: dynamische Preise in Restaurants. Diese könnten helfen, die wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern, aber auch für Kunden Vorteile bringen.

Idee entstand auf überfüllter Skialm

Die Inspiration für flexible Preise kam Herrmann auf einer völlig überfüllten Skialm. "Ich habe den Umsatz der Kollegen flöten gehen sehen", erklärt sie, da viele Gäste in langen Schlangen warteten und nicht bedient werden konnten. Ihr Vorschlag: Preise zu Stoßzeiten um einige Prozent erhöhen und zu ruhigeren Zeiten senken. Dies könnte:

  • Den Besucherstrom effektiv regulieren.
  • Das Personal entlasten und den Service verbessern.
  • Gästen ermöglichen, durch gezielte Besuche zu günstigeren Zeiten zu sparen.
  • Insgesamt mehr Gäste bedienen und höhere Umsätze erzielen.

Yielding in der Gastronomie noch unterentwickelt

Die Idee ist nicht völlig neu. Das sogenannte Yielding, also die Anpassung von Preisen an die Nachfrage, ist in Hotels seit langem Standard. Auch in Restaurants gibt es etablierte Formen wie Happy Hours oder Mittagsmenüs. Herrmann betont jedoch, dass dieses Konzept in der Gastronomie noch sehr unterentwickelt ist. Mit neuen technischen Möglichkeiten könnte es zu einem Trend werden, besonders für Restaurants mit vergleichbarem Angebot, die im Internet leicht zu vergleichen sind.

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Experten fordern Transparenz und Vergleichbarkeit

Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer der Dehoga Bayern, betont, dass Preise bei dynamischer Gestaltung nachvollziehbar bleiben müssen. "Der Gast möchte nicht immer genau hinschauen müssen", sagt er. Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern fordert klare Kommunikation und festgelegte Zeiten für Preisänderungen, um Ungerechtigkeitsgefühle zu vermeiden. Sie warnt auch, dass teure Preise zu Stoßzeiten Berufstätige benachteiligen könnten, die zeitlich weniger flexibel sind. Ein Vorteil könnte jedoch die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung sein.

Inflation und steigende Kosten als Treiber

Die hohe Inflation bringt Gastronomen unter erheblichen Druck. Geppert hält die Debatte über flexible Preise für legitim, betont aber, dass eine ordentliche Kalkulation und gute Qualität relevanter für den Erfolg sind. Die gesenkte Mehrwertsteuer auf sieben Prozent sei ein wichtiger Schritt, um Betriebe zu erhalten. Weitere Entlastungen, etwa bei Strompreisen oder flexiblere Arbeitszeiten, seien notwendig.

Digitalisierung als Schlüssel zur Verbesserung

Eva Herrmann sieht Potenzial für Verbesserungen in den Betrieben selbst. Die Digitalisierung in der Branche schreitet langsam voran, könnte aber Mitarbeiter entlasten und die Performance steigern, ohne sie zu ersetzen. Geppert stimmt zu, warnt aber, dass Digitalisierung nur dort sinnvoll ist, wo sie einen echten Mehrwert bringt.

Insgesamt zeigt die Diskussion, dass flexible Preise eine mögliche Lösung für die aktuellen Herausforderungen der Gastronomie sein könnten, aber sorgfältige Umsetzung und Transparenz entscheidend sind, um sowohl Betriebe als auch Gäste zu unterstützen.

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