Investoren zeigen Interesse: Sechs Hotels in Mecklenburg-Vorpommern vor Verkauf?
Für die Angestellten, Gäste und Gläubiger der insolventen Hotels der Revo Hospitality Group in Mecklenburg-Vorpommern sowie an hunderten weiteren Standorten in Europa gibt es ermutigende Entwicklungen. Europas größter Hotelbetreiber konnte die Geschäftsbetriebe der betroffenen Häuser stabilisieren, wie das Unternehmen mitteilte. Die Hotels bleiben geöffnet und können uneingeschränkt gebucht werden, was eine kontinuierliche Nutzung für Reisende sicherstellt.
Insolvenzverfahren und betroffene Standorte in MV
Die Revo Hospitality Group mit Sitz in München hatte Mitte Januar beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg für rund 140 Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. In Mecklenburg-Vorpommern sind sechs Hotels von diesem Verfahren betroffen, darunter das Intercity Hotel Schwerin direkt am Hauptbahnhof der Landeshauptstadt. Weitere betroffene Häuser in der Region sind:
- Hotel Schloss Neustadt-Glewe
- Aedenlife Hotel & Resort Rügen in Trent
- Vienna House Easy by Wyndham Sonne Rostock
- Vienna House Easy by Wyndham Baltic Stralsund
- Townhouse Wismar Vagabond Club
Diese Hotels empfangen weiterhin Gäste, und auf Plattformen wie booking.com sind sie nach einer kurzen Unterbrechung wieder buchbar. Zudem wurden die Januar-Gehälter der Mitarbeiter ausgezahlt, nachdem die Bundesagentur für Arbeit das Insolvenzgeld bis einschließlich März genehmigt hatte.
Zuversichtliche Insolvenzverwalter und Investorengespräche
Die Insolvenzverwalter zeigen sich optimistisch hinsichtlich der Zukunft der Hotelgruppe. Rechtsanwalt Dr. Gordon Geiser von GT Restructuring, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Benedikt de Bruyn für die Dauer der Eigenverwaltung zum Geschäftsführer der entsprechenden Gesellschaften berufen wurde, erklärte: „Seit Anmeldung der Insolvenz vor rund zwei Wochen haben wir zahlreiche Gespräche mit Partnern, Lieferanten und Mitarbeitern geführt und Abläufe neu geordnet. Nahezu alle Beteiligten unterstützen eine nachhaltige Sanierung, um die wirtschaftlichen Probleme bis zum Sommer zügig zu lösen.“
Dr. Benedikt de Bruyn ergänzte: „Wir erhalten zahlreiche Anfragen von Investoren und führen bereits erste Gespräche. Sowohl bestehende wie neue Partner sind an den Hotels interessiert und wollen sich engagieren. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, die Gesellschaften wieder solide und wettbewerbsfähig aufzustellen, damit sie zeitnah die Eigenverwaltung verlassen können.“ Diese Aussagen deuten auf ein reges Interesse von Investoren hin, die möglicherweise neue Eigentümer für die Hotels werden könnten.
Ursachen der Insolvenz und Expansion der Gruppe
Die finanzielle Schieflage der betroffenen Gesellschaften ist vornehmlich auf gestiegene Lohnkosten und die Anhebung der Mindestlöhne zurückzuführen, sowie auf höhere Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel. Zudem hat die schnelle Expansion der Gruppe zu Doppelstrukturen und Integrationsproblemen geführt. Die Revo Hospitality Group, die bis zum vergangenen Jahr noch als HR-Group tätig war, hat ihre Hotelzahl seit 2020 von 50 auf 250 Standorte in zwölf europäischen Ländern verfünffacht. Diese rasche Wachstumsstrategie trug maßgeblich zu den aktuellen Herausforderungen bei.
Insgesamt bleibt die Situation für die sechs Hotels in Mecklenburg-Vorpommern dynamisch, mit positiven Signalen aus den Investorengesprächen und einer stabilisierten Betriebsführung, die Hoffnung auf eine baldige Lösung der Insolvenz gibt.



