Iran-Krieg: Massenrückholung gestrandeter Urlauber nach Deutschland
Im Zuge des anhaltenden Iran-Konflikts im Nahen Osten konnten immer mehr gestrandete Reisende nach Deutschland und Europa zurückkehren. Die Rückholaktionen gestalten sich nach Angaben der Reisebranche jedoch weiterhin als äußerst komplex und herausfordernd.
Sonderflüge des Auswärtigen Amtes bringen über 1.000 Menschen zurück
Das Auswärtige Amt hat bereits mehr als 1.000 gestrandete Urlauber mit insgesamt fünf Sonderflügen aus dem Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar nach Deutschland zurückgebracht. Ein weiterer Sonderflug aus Riad in Saudi-Arabien, inklusive Buszuführung aus Katar, wurde am Abend in Berlin erwartet. Auch Außenminister Johann Wadephul von der CDU unterstützte die Bemühungen persönlich, indem er während seiner Reise von Katar nach Riad deutsche Touristen an Bord seiner Bundeswehr-Transportmaschine mitnahm, um ihnen die Heimreise zu ermöglichen.
Kreuzfahrtpassagiere und Reiseveranstalter im Fokus
Die letzten 180 Passagiere der Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 5" von Tui Cruises befinden sich aktuell auf dem Rückweg nach Deutschland. Die Passagiere der "Mein Schiff 4", die ebenfalls in der Region lag, wurden bereits vor einigen Tagen zurückgebracht. Beide Schiffe bieten zusammen Platz für über 5.000 Passagiere. Der Reiseveranstalter Dertour meldete ebenfalls Fortschritte: "Stand heute befinden sich fast alle Gäste wieder zu Hause", teilte das Unternehmen mit. Für die wenigen verbliebenen Urlauber sei die Rückreise bereits organisiert.
EU-weite Rückholaktionen und logistische Hürden
Die Europäische Union hat bislang mehr als 70 Flüge organisiert und so über 8.000 Menschen aus dem Nahen Osten zurückgeholt, wie die EU-Kommission mitteilte. Insgesamt haben 23 Mitgliedstaaten die Unterstützung der EU angefordert, wobei Deutschland nicht darunter ist. In den kommenden Tagen sind weitere Flüge geplant. Die Situation bleibt jedoch angespannt: Der Lufthansa-Konzern kündigte an, bis zum 28. März weiterhin nicht nach Dubai zu fliegen, da die Flughäfen dort ihre Abfertigungskapazitäten erheblich reduziert haben.
Reisebranche warnt vor anhaltenden Herausforderungen
Der Deutsche Reiseverband beschrieb die Lage in der Region als weiterhin äußerst volatil. Seit Ausbruch des Krieges seien mehrere Zehntausend Veranstaltergäste in den Golfstaaten gestrandet gewesen. Angesichts anhaltender Luftraumsperrungen und stark eingeschränkter Flugverbindungen bezeichnete der Verband die Rückholaktionen als eine enorme logistische Herausforderung. Die Reisebranche betont, dass trotz der bisherigen Erfolge die Kapazitäten begrenzt bleiben und die Koordination zwischen Behörden, Airlines und Reiseveranstaltern weiterhin hohe Priorität hat.



