ITB-Trends 2026: Wie Deutsche trotz Krisen reisen - Kurztrips und Sicherheit im Fokus
ITB-Trends 2026: Deutsche Reisegewohnheiten in Krisenzeiten

ITB-Trends 2026: Deutsche Reisegewohnheiten im Wandel

Die Deutschen bleiben reisefreudig – selbst in Zeiten von Kriegen und globalen Krisen. Allerdings verändert sich die Art, wie Urlaub gemacht wird, grundlegend. Statt eines ausgedehnten Sommerurlaubs bevorzugen viele Reisende inzwischen mehrere Kurztrips über das Jahr verteilt. Gleichzeitig gewinnt das Sicherheitsbedürfnis bei der Wahl des Reiseziels erheblich an Bedeutung. Diese Entwicklungen zeigen die aktuellen Trends der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin deutlich auf.

Geopolitische Spannungen lenken Touristenströme

Konflikte und politische Unsicherheiten beeinflussen derzeit massiv die touristischen Ströme. Insbesondere der Krieg im Nahen Osten führt zu Verunsicherung und lenkt Urlauber verstärkt nach Europa. Eine Sprecherin der österreichischen Delegation auf der ITB betont: „Gäste entscheiden sich häufiger für Destinationen, die politisch stabil, gut erreichbar und verlässlich sind.“

Patrick Andrae, Geschäftsführer der Ferienhausplattform HomeToGo, bestätigt diesen Effekt. In Krisenzeiten wählten viele Menschen die „sichere Option“ und blieben näher an der Heimat. Ferienhäuser im Inland könnten deshalb besonders gefragt sein, wobei die Alpen- und Ostseeregion im Fokus stehen. Bei Pauschalreisen beobachtet Nina Hammer, Reiseexpertin von HolidayCheck, eine erhöhte Nachfrage nach Ländern wie Italien oder Tunesien, die sich auch auf die Sommerbuchungen auswirken könnte.

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Comeback der klassischen Pauschalreise

In unsicheren Zeiten gewinnen traditionelle Pauschalreisen wieder an Bedeutung. Nina Hammer erklärt: „Die Pauschalreise ist gerade in Krisenzeiten die sicherste Form des Reisens. Urlauber werden im Problemfall betreut und die Rückreise wird organisiert.“ Ihr Rat: Flex-Tarife buchen, die oft eine Verschiebung des Urlaubs kurz vor Abreise ermöglichen.

Die großen Trends: Kurzurlaub, Drehorte und Erlebnis

Ein klarer Branchentrend ist der Boom von Kurzreisen. Viele Menschen haben heute weniger Zeit für einen langen Sommerurlaub und verteilen ihre freien Tage stattdessen auf mehrere kleine Auszeiten im Jahr. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus vieler Reisender: weg von klassischen Städtereisen, hin zu Natur, Ruhe und Entschleunigung.

Serien und Filme beeinflussen zunehmend die Wahl des Reiseziels. Wenn Produktionen wie die Serie „The White Lotus“ in bestimmten Regionen spielen, steigen die Suchanfragen nach diesen Orten oft sprunghaft an. In Griechenland liegt derzeit ein anderer Trend im Fokus: Insel-Hopping. Laut Detlev Geiser, Deutschland-Manager von Aegean Airlines, kombinieren viele Urlauber mehrere Inseln in einer Reise. Von Frankfurt nach Athen und von dort nach Santorini und Heraklion geht es für etwa 600 Euro pro Person.

Viele Reiseanbieter sehen außerdem einen klaren Trend hin zum Erlebnisurlaub. Disney Cruises baut deshalb etwa seine Kreuzfahrtsparte massiv aus und verwandelt seine Schiffe in schwimmende Erlebniswelten. Immer mehr Touristen geben ihr Geld im Urlaub bewusst für Erlebnisse statt für materielle Dinge aus. Reisende buchen über die Erlebnisplattform Vivido im Schnitt drei bis vier Aktivitäten pro Trip, von Nordlicht-Touren über Safaris bis zu kulturellen Angeboten.

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