Karneval als Wirtschaftsmotor: Milliardenumsatz trotz kürzerer Session
Hinter dem bunten Treiben der Jecken in Kneipen, Veranstaltungssälen oder auf den Straßen verbirgt sich ein gewaltiges Geschäft. Die diesjährige Karnevalssession beschert der deutschen Wirtschaft nach einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erneut einen Milliardenumsatz. Trotz einer deutlich kürzeren Session im Vergleich zum Vorjahr gehen die IW-Ökonomen von bundesweiten Einnahmen in Höhe von zwei Milliarden Euro aus.
Gastronomie als Umsatztreiber
Der größte Anteil des Umsatzes entfällt auf die Gastronomie, gefolgt von Einzelhandel, Transport und Hotelübernachtungen. Insgesamt fließen rund 900 Millionen Euro in die Gastronomie, während der Einzelhandel mit Kostümen, Kamelle und anderen Karnevalsartikeln Einnahmen von 400 Millionen Euro erwartet. Für Transportmittel wie Bus und Bahn werden etwa 290 Millionen Euro Umsatz berechnet, für Übernachtungen rund 210 Millionen Euro. Weitere 162 Millionen Euro fließen in Tickets oder den Wagenbau.
Marc Scheufen, IW-Ökonom, betont: "Karneval schafft für ein paar Tage Abstand von den schlechten Nachrichten und rückt das Gemeinsame in den Mittelpunkt. Das ist nicht nur gut für das eigene Wohlergehen, sondern auch für die Wirtschaft."
Köln als zentrale Karnevalsmetropole
Besonders Köln profitiert stark von der Karnevalssession. Dort allein werden der Studie zufolge 850 Millionen Euro des Gesamtumsatzes generiert. Der rheinischen Metropole kommt mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent am Umsatz eine zentrale Bedeutung für den Karneval als Wirtschaftsfaktor zu. Allerdings müssen Karnevalstouristen in Köln für Übernachtungen mit deutlich steigenden Preisen rechnen. Während der Hauptkarnevalstage kostet eine Übernachtung im Schnitt fast 90 Euro mehr als im Vergleichszeitraum – ein Aufschlag von rund 66 Prozent.
Regionale Unterschiede bei Übernachtungspreisen
In Städten wie Bremen oder Rottweil stiegen die Übernachtungspreise um mehr als zehn Prozent, während sie in Düsseldorf und Mainz laut IW leicht sinken. Dies liegt auch daran, dass Düsseldorf und Mainz vor allem Besucher aus der Region anziehen, während Köln viele Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland verzeichnet.
Kürzere Session führt zu leichtem Umsatzrückgang
Insgesamt liegt der Umsatz in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro unter dem des Vorjahrs. Damals war die Karnevalssession mit 115 Tagen aber auch 15 Tage länger als die diesjährige Session von 100 Tagen. Der Grund für die kürzere Session ist das frühe Osterfest 2026. Die laufende Karnevalssession hat am 11. November 2025 begonnen und endet am Aschermittwoch, dem 18. Februar 2026.
Zusammenfassend zeigt sich, dass der Karneval trotz einer kürzeren Session weiterhin ein bedeutender Wirtschaftsfaktor bleibt, der insbesondere in Hochburgen wie Köln erhebliche Umsätze generiert und die regionale Wirtschaft ankurbelt.



