Krakow am See verliert Bäderregelung: Supermärkte bleiben sonntags geschlossen
Die idyllische Stadt Krakow am See in Mecklenburg-Vorpommern, ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, steht vor einer unerwarteten Veränderung. Ab sofort gelten für die Geschäfte und Supermärkte in der Region keine erweiterten Öffnungszeiten mehr am Sonntag. Grund dafür ist der Verlust der sogenannten Bäderregelung, die jahrelang für den Ort galt und es Einwohnern sowie Besuchern ermöglichte, auch sonntags in Läden wie Edeka, Netto oder Aldi einzukaufen.
Neue Berechnungsgrundlage führt zum Wegfall der Sonderregelung
Wie Bürgermeister Dirk Rojahn mitteilte, hat das Wirtschaftsministerium des Landes die Bäderregelung für Krakow am See aufgehoben. „Wir haben unsere Gästezahlen ans Wirtschaftsministerium gemeldet, aber die haben nicht mehr ausgereicht“, erklärt Rojahn. Der Grund liegt in einer geänderten Berechnungsgrundlage des Ministeriums, die dazu führte, dass die Stadt aus der Regelung herausfiel. Die Bäderregelung, seit Februar 2025 auch als Öffnungszeitenverordnung bezeichnet, wird nur für Gemeinden mit besonders hohem Tourismusaufkommen vergeben, etwa Welterbestätten oder anerkannte Kurorte.
Die Stadt ging zunächst gegen den negativen Bescheid in Widerspruch, jedoch ohne Erfolg. „Das ist vor allem in den Sommermonaten wichtig, da zu der Zeit viele Urlauber in der Stadt und Umgebung sind“, betont Rojahn. Die fehlende Sonntagsöffnung könnte somit die Versorgung der Touristen in der Hochsaison beeinträchtigen.
Ungenau erfasste Besucherzahlen als mögliche Ursache
Bürgermeister Rojahn vermutet, dass die unzureichende Erfassung der Besucherzahlen im gut besuchten Kurwald eine Rolle gespielt haben könnte. Da dieser frei zugänglich ist, erfolgt dort keine systematische Zählung von Tages- und Urlaubsgästen. Um künftig genauere Daten zu erhalten, sucht die Stadt nach Möglichkeiten, Besucher in allen Bereichen und Einrichtungen besser zu erfassen.
Dazu zählen beispielsweise:
- Der Radweg Berlin-Kopenhagen, der durch Krakow am See führt und zahlreiche Radfahrer anlockt.
- Das Jugendschloss in Neu Sammit, wo mit dem neuen Haus „Schlossblick“ steigende Besucherzahlen erwartet werden.
Die Stadt hat bereits überarbeitete Gästezahlen, die diese zusätzlichen Besuchergruppen berücksichtigen, an das Wirtschaftsministerium übermittelt. Bislang liegt jedoch noch keine Antwort vor, ob die Bäderregelung in diesem Jahr doch noch gewährt wird.
Digitale Lösungen und neue Stellen für die Zukunft
Um langfristig präzisere Angaben zum Besucheraufkommen machen zu können, plant Krakow am See die Einführung einer digitalen Kurabgabe. Im Rahmen der geplanten Tourismusregion „Mecklenburgs Mitte“ ist eine digitale Gästekarte angedacht, die besser nachvollziehbar macht, wer die Abgabe gezahlt hat und gleichzeitig die Gästeanzahl ermittelt.
Darüber hinaus soll sich ein neuer Tourismusmanager, für den die Stadt Fördermittel eingeworben hat, ab dem 1. Mai um die Gästezahlen kümmern. Diese Stelle soll dazu beitragen, die touristische Attraktivität der Region zu steigern und die Chancen auf eine Rückkehr zur Bäderregelung zu verbessern.
Für die Einwohner und Besucher von Krakow am See bedeutet die aktuelle Situation jedoch zunächst eine Einschränkung: Die gewohnte Sonntagsöffnung der Supermärkte bleibt vorerst aus, während die Stadt intensiv daran arbeitet, die notwendigen Gästezahlen für die Zukunft zu erreichen.



