Deutsches Kreuzfahrtschiff im Kriegsgebiet: Raketeneinschlag in unmittelbarer Nähe
Kreuzfahrtschiff im Kriegsgebiet: Rakete schlägt neben Mein Schiff 4 ein

Deutsches Kreuzfahrtschiff inmitten von Kriegshandlungen gefangen

Schwarze Rauchsäulen über dem Meer von Abu Dhabi markieren eine dramatische Szene, die eine Touristin am Sonntagnachmittag vom Balkon ihrer Kabine auf der „Mein Schiff 4“ fotografierte. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich der Orient in ein Kriegsgebiet, und mittendrin befinden sich tausende deutsche Kreuzfahrturlauber.

Raketeneinschlag in unmittelbarer Nähe

Das Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises liegt aktuell im Hafen Port Zayed in Abu Dhabi, in der Nähe von Angriffen auf US-Stützpunkte. Nur wenige Meter entfernt schlug am Sonntagmittag deutscher Zeit eine Rakete im Wasser ein. „Es war ein lauter Knall in unmittelbarer Nähe“, berichtet ein Passagier. Die Crew wies die Gäste an, ins Innere zu gehen, Fenster zu meiden und ruhig zu bleiben.

Eine Passagierin teilte BILD mit: „Wir erhielten gegen 16.30 Uhr einen Notfall-Alarm auf unsere Handys und sollten uns sofort im Theater des Schiffes versammeln.“ Der Kontakt brach anschließend ab, nähere Details sind nicht bekannt. Es ist unklar, ob es unter den rund 2500 Passagieren und 1000 Crewmitgliedern Verletzte gibt.

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Angespannte Stimmung an Bord

Die Stimmung an Bord der Mein Schiff 4 wird als extrem angespannt beschrieben. „Viele Passagiere, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, verlieren langsam die Nerven: Panik, Weinen, Angst vor weiteren Einschlägen. Und niemand weiß, wie und wann wir hier rauskommen“, so ein weiterer Gast.

Die „Mein Schiff 4“ sollte eigentlich am 1. März ihre Orient-Rundreise von Abu Dhabi aus fortsetzen. Stattdessen muss das Schiff mit allen Gästen an Bord im Hafen bleiben. Luftraumsperrungen und Angriffe auf Airports machen eine Heimreise per Flugzeug unmöglich, und eine Weiterfahrt auf dem Meer ist ebenfalls nicht möglich, da die Straße von Hormus, nur wenige Kilometer von der iranischen Küste entfernt, für die gesamte Schifffahrt blockiert wird.

Weitere Schiffe betroffen

Insgesamt sind sechs Kreuzfahrtschiffe in der Region betroffen:

  • „Mein Schiff 4“ im Hafen Port Zayed in Abu Dhabi
  • „Mein Schiff 5“ im Hafen von Doha, Katar
  • „MSC Euribia“ von MSC Cruises
  • „Celestyal Discovery“ und „Celestyal Journey“ von Celestyal Cruises
  • „Aroya“ der saudischen Reederei Aroya Cruises

Die Reedereien haben bereits Reisen abgesagt und arbeiten mit lokalen Behörden und internationalen Partnern zusammen, um die Sicherheit aller Personen an Bord zu gewährleisten. Auf den Schiffen läuft der normale Hotelbetrieb weiter, sodass alle versorgt werden.

Ungewisse Zukunft und Reaktionen

Ein Gast der „MSC Euribia“ berichtet: „Vor wenigen Minuten erst waren wieder mehrere laute Donnergeräusche zu hören.“ Auf diesem Schiff dürfen sich die rund 6000 Passagiere frei bewegen und alle Außendecks und Pools benutzen. MSC Cruises hat Abfahrten für die kommenden Tage abgesagt und neue Zimmerkarten ausgestellt, die vorerst bis zum 6. März 2026 gültig sind.

TUI Cruises erklärt, dass die dynamische Lage keine seriöse Prognose zum Verlauf der nächsten Tage erlaubt. Das Unternehmen bittet darum, auf Nachfragen zu bevorstehenden Abfahrten zu verzichten, da diese derzeit nicht beantwortet werden können. Bis einschließlich 2. März sind alle Abfahrten in der Region abgesagt. Betroffene Gäste erhalten den Reisepreis erstattet oder 10 % Rabatt bei Umbuchung auf eine andere Reise.

Die Situation bleibt kritisch, während tausende Urlauber in einem unerwarteten Kriegsgebiet festsitzen und auf eine Lösung warten.

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