Kurabgabe in Krakow am See deutlich erhöht: Urlaubsgäste müssen mehr zahlen
Der Luftkurort Krakow am See mit seinem idyllischen See und dem erholsamen Kurwald zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Als anerkannter Luftkurort erhebt die Stadt bereits seit vielen Jahren eine Kurabgabe von ihren Gästen. Nun hat die Stadtvertretung einstimmig beschlossen, die Beiträge für Urlauber deutlich zu erhöhen und die Kurabgaben-Satzung neu zu fassen. Die Entscheidung fiel nach einer teils lebhaften und kontroversen Diskussion im Stadtrat.
Neue Preise: Tägliche Abgabe steigt auf 1,50 Euro ganzjährig
Künftig müssen Gäste in Krakow am See ganzjährig 1,50 Euro pro Tag als Kurabgabe entrichten. Bisher galt dieser Satz nur während der Hauptsaison, während in den Wintermonaten lediglich 50 Cent pro Tag fällig wurden. Diese Änderung bedeutet eine Verdreifachung der Abgabe in der Nebensaison. Auch die Jahreskurkarte wird deutlich teurer und kostet ab sofort 69 Euro statt bisher 56 Euro. SPD-Fraktionsvorsitzende Ilka Boomgarden-Kühl verwies auf Einnahmen von etwa 90.000 Euro pro Jahr aus der bisherigen Regelung, konkrete Prognosen für die künftige Entwicklung liegen jedoch noch nicht vor.
Diskussion um Gegenwert für die erhöhten Beiträge
Vor der Beschlussfassung stellte die CDU-Fraktion die entscheidende Frage nach dem konkreten Gegenwert für die Gäste. Schon seit längerer Zeit weisen Stadtvertreter darauf hin, dass die touristische Infrastruktur in Krakow am See in die Jahre gekommen sei und dringend erneuert werden müsse. Um diese Herausforderung systematisch anzugehen, wurde vor wenigen Monaten eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet. Laut Bürgermeister Dirk Rojahn hat diese Gruppe bereits erste konkrete Maßnahmen identifiziert, die nun umgesetzt werden sollen.
Touristische Infrastruktur wird systematisch verbessert
Die Stadtverwaltung arbeitet bereits an der Umsetzung verschiedener Verbesserungsmaßnahmen:
- Hinweisschilder und Informationstafeln im gesamten Kurgebiet werden instand gesetzt und erneuert
- Der Steingarten am großen Pils, ein beliebter Unterstand für Spaziergänger, wird komplett saniert
- Stark genutzte Spielgeräte auf den Spielplätzen werden überholt und sicherer gemacht
- Ganzjährig geöffnete Toilettenanlagen am Busbahnhof, am Burgplatz und am Jörnberg sind geplant
Bürgermeister Dirk Rojahn betonte: „Wir arbeiten systematisch an der Aufwertung unserer touristischen Angebote, damit die Gäste den Mehrwert der erhöhten Abgaben auch tatsächlich spüren können.“ CDU-Mandatsträger Jörg Zirzow ergänzte die geplanten Maßnahmen um die Toilettenprojekte, die besonders für Tagesgäste wichtig seien.
Verbesserte Erfassung der Übernachtungsgäste
Ein weiterer wichtiger Aspekt der neuen Satzung betrifft die genauere Erfassung der Übernachtungsgäste. SPD-Fraktionsvorsitzende Ilka Boomgarden-Kühl sicherte in der neuen Regelung ab, dass sowohl die Angaben der Quartiersgeber (Vermieter von Ferienunterkünften) als auch der Gäste nachweisbar und übereinstimmend sein müssen. Während Touristen bisher durch ihre Kurkarte und bald auch durch eine digitale Gästekarte erfasst werden, soll die Erfassung bei den Vermietern über das traditionelle Gästebuch erfolgen. Diese Maßnahme dient auch der besseren Kontrolle im Hinblick auf mögliche Untererfassungen bei der Bäderregelung.
Die Stadt Krakow am See setzt mit der Erhöhung der Kurabgabe auf nachhaltige Investitionen in ihre touristische Infrastruktur. Obwohl die höheren Kosten für Urlauber zunächst als Belastung wahrgenommen werden könnten, verspricht die Stadtverwaltung sichtbare Verbesserungen des touristischen Angebots. Die einstimmige Entscheidung des Stadtrats unterstreicht die Dringlichkeit der Maßnahmen, auch wenn die Diskussion im Vorfeld kontrovers verlief. Die Gäste dürfen gespannt sein, wie sich die Investitionen in den kommenden Monaten und Jahren konkret auswirken werden.



