Kurabgabe bringt Neustrelitz 141.000 Euro – Fahrradleitsystem verzögert sich
Kurabgabe sprudelt, Fahrradleitsystem lässt auf sich warten

Kurabgabe generiert sechsstellige Einnahmen für Neustrelitz

Seit der Einführung der kommunalen Kurabgabe im Mai 2024 hat die Stadt Neustrelitz eine neue, sprudelnde Einnahmequelle erschlossen. Im vergangenen Jahr 2025 flossen durch diese Abgabe für Gäste beeindruckende 141.000 Euro in die städtischen Kassen. Dies geht aus einer offiziellen Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage des Nordkuriers hervor.

Details zur Abgabe und Vergleich mit anderen Regionen

Bereits im Einführungsjahr 2024, als die Abgabe erst ab Mai erhoben wurde, kamen rund 120.000 Euro zusammen. Ein direkter Jahresvergleich ist daher nicht möglich, doch die Tendenz zeigt deutlich nach oben. Gäste müssen in der Hauptsaison 1,50 Euro pro Tag zahlen, während in der Nebensaison von Anfang November bis Ende März ein Euro pro Tag fällig wird.

Zum Vergleich: Auf der populären Insel Rügen liegen die Kurabgaben in bekannten Badeorten üblicherweise zwischen 1,50 und 3,50 Euro täglich. Neustrelitz positioniert sich damit im unteren Bereich, was die Attraktivität für Touristen erhöhen könnte.

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Verwendung der Gelder für öffentliche Einrichtungen

Rathaussprecher Jan Ole Kiel betont, dass die aus der Kurabgabe generierten Mittel ausschließlich für öffentliche Einrichtungen verwendet werden dürfen, die Kur- und Erholungszwecken dienen. Dazu zählen unter anderem:

  • Öffentliche Toiletten, Brunnen und Wasserspiele
  • Die historische Schlosskirche und das moderne Kulturquartier
  • Die Badeanstalt am Glambecker See sowie verschiedene Naturbadestrände
  • Reinigungskosten für den Schlossgarten, Parkeinrichtungen und Parkplätze

Zudem ermöglicht die Abgabe den Gästen kostenfreie Besuche im Museum und die Teilnahme an geführten Stadtrundgängen. Auch Auftritte von Puppenspielern während der beliebten Puppenspielwochen werden aus diesen Mitteln finanziert.

Kostenverteilung und städtischer Anteil

Kiel weist darauf hin, dass die Kurabgabe nur einen Teil der anfallenden Kosten deckt. „85 Prozent der Kosten übernimmt die Stadt zugunsten der Stadtbürgerinnen und Stadtbürger – auf die Kurgäste werden lediglich rund 15 Prozent umgelegt“, erklärt der Rathaussprecher. Dies unterstreicht den kommunalen Beitrag zur Aufrechterhaltung der touristischen Infrastruktur.

Fahrradleitsystem verzögert sich trotz finanzieller Grundlage

Mit der Einführung der Kurabgabe war ursprünglich das Ziel verbunden, im Jahr 2025 ein umfassendes Fahrradleitsystem für die Stadt einzurichten. Doch dieses Vorhaben verzögert sich deutlich. „Aufgrund der komplexen Anforderungen für eine wirtschaftliche sowie bürgerfreundliche Umsetzung dauert die Vorbereitung länger als ursprünglich geplant“, teilt das Rathaus mit.

Unklarer Zeitplan trotz erreichter Etappenziele

Die Stadt kann derzeit keinen konkreten Termin für die Fertigstellung des Fahrradleitsystems nennen. Allerdings wurden bereits wichtige Etappenziele erreicht, wie Jan Ole Kiel bestätigt. „Über die weiteren Schritte, einen konkreten Zeitplan und Informationen zur Einführung des Systems wird die Stadt zu gegebener Zeit informieren“, erklärt der Sprecher.

Diese Verzögerung zeigt, dass trotz der finanziellen Erfolge durch die Kurabgabe die praktische Umsetzung touristischer Infrastrukturprojekte mit Herausforderungen verbunden sein kann. Die Stadt Neustrelitz steht nun vor der Aufgabe, die Erwartungen der Bürger und Gäste mit den realen Planungs- und Umsetzungsprozessen in Einklang zu bringen.

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