Diskussion um Landesgartenschau 2035: Wie Ortsteilvertreter die Pläne finden
Die Gartenschau soll sich nicht nur auf die Schweriner Innenstadt begrenzen. Bei einer Info-Veranstaltung im Stadthaus fragten Stadtteilpolitiker jetzt nach den besonderen Attraktionen für Touristen.
Rolf Bemmann, Vorsitzender der Ortsteilvertretung Friedrichsthal, stellte die entscheidende Frage: Stadtumbau schön und gut, aber warum sollen eigentlich die Touristen zur Landesgartenschau 2035 kommen? In den bisherigen Planungen vermisse er noch die Attraktionen, die etwa die Besucher zur Bundesgartenschau 2009 nach Schwerin gelockt hätten, so Bemmann.
Verwaltung erwartet 440.000 Besucher zur Gartenschau
1,87 Millionen Gäste sahen sich vor 17 Jahren die Buga an, machten die Gartenschau zu einem Projekt, von dem die Landeshauptstadt bis heute profitiert. Geschätzte 440.000 Besucher erwartet die Stadtverwaltung zur Landesgartenschau in neun Jahren. „Diese Zahl orientiert sich an den Erfahrungen aus anderen Landesgartenschauen“, sagte Ute Franke vom städtischen Fachdienst für Stadtentwicklung und Stadtplanung.
Gemeinsam mit Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) stellte Franke den aktuellen Planungsstand für die Gartenschau jetzt interessierten Mitgliedern von Schweriner Ortsteilvertretungen vor. Es gehe bei der Schau um Stadtentwicklung und Tourismus-Förderung, erklärte die Fachdienst-Mitarbeiterin.
Drei Kernbereiche der Landesgartenschau geplant
Als Kernbereiche der Landesgartenschau nannte Ute Franke einmal mehr das Areal rund um den alten Güterbahnhof und das ehemalige KIW „Vorwärts“, die Schwimmende Wiese und der Bertha-Klingberg-Platz sowie den früheren Küchengarten am Franzosenweg. „Wir wollen die Gartenschau aber nicht nur auf die Innenstadt begrenzen“, betonte Franke. Auch die Außenbereiche Schwerins und das Umland sollen in das Projekt einbezogen werden.
Geplant ist nach den derzeitigen Überlegungen unter anderem, entlang der Fahrradroute der „Blauen Acht“ um den Schweriner See acht Standorte zur „Grünen Acht“ zu verbinden und weiterzuentwickeln. Dazu gehören der Zippendorfer Strand, das Freilichtmuseum Mueß, das Schloss und der Landschaftspark Raben Steinfeld, das Seeufer Leezen, das Seeufer Bad Kleinen, das Schloss und der Park Wiligrad, das Seeufer Wickendorf und das Nordufer Lankower See.
Ortsteilvertretungen können Vorstellungen äußern
Rund 80 Millionen Euro soll die Landesgartenschau kosten, einschließlich der Ausgaben für die Durchführung. Mit allein 25 Millionen Euro wird in der Projektskizze der Verwaltung die Sanierung der KIW-Fahrzeughalle veranschlagt, die während der Gartenschau für Ausstellungen, Gastronomie und Service genutzt werden soll. Um Fördermittel für die Schau zu bündeln, möchte die Kommune eine entsprechende Absichtserklärung mit dem Land unterzeichnen.
Die Stadt suche beim Thema Landesgartenschau den Dialog mit allen Interessierten, betonte Ute Franke. „Wir machen die Schau nicht allein.“ Vize-Oberbürgermeister Nottebaum lud die Stadtteilpolitiker direkt zum Mitmachen ein. Jede Ortsteilvertretung könne ihre Vorstellungen zur Gartenschau äußern, erklärte er.
Verein Pro Schwerin: An den Erfolg der Buga anknüpfen
Werner Hinz vom Verein Pro Schwerin warb bei der Info-Veranstaltung im Stadthaus nachdrücklich für das Landesgartenschau-Projekt. Tatsächlich hatte der Verein den Anstoß zur Gartenschau gegeben, um endlich Schwung in die Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhof-Geländes zu einem Wohnquartier zu bekommen und den Welterbe-Titel Schwerins noch besser zu vermarkten. Durch den Erfolg der Buga sei die Landeshauptstadt „als Gartenschau-Standort immer noch in aller Munde“, sagte Hinz.
So zeigte sich denn auch Jens Ludwig, Vorsitzender der Ortsteilvertretung Krebsförden, zuversichtlich, dass Schwerin mit der Landesgartenschau mehr als die kalkulierten 440.000 Besucher erreichen könne. Bleibt allerdings immer noch die Frage von Ludwigs Friedrichsthaler Kollegen Bemmann nach den neuen Attraktionen. Die Verwaltung nehme dieses Thema noch einmal mit, hieß es am Info-Abend.



