Rostocker Köchin erlebt extreme Abenteuer auf Asien-Reise
Seit fast drei Monaten bereist die Küchenschlacht-Finalistin Luisa Wendt aus Rostock allein mit Rucksack die Länder Asiens. Die junge Köchin zeigt keine Angst vor der Einsamkeit, denn für sie gilt: "Essen verbindet. Jeder Mensch isst, jeder hat schon mal gekocht - das bricht alle Barrieren". In dieser Woche erlebte sie besonders extreme Situationen, die von einem Affen auf dem Kopf bis zu Fisch-Sperma als Abendessen reichten.
Kochen im Dschungel Balis über offenem Feuer
Ihre Reise dient nicht nur der kulinarischen Entdeckung, sondern auch der Suche nach Authentizität und den Ursprüngen des Kochens. Luisa möchte herausfinden, ob und wie sich die norddeutsche Küche mit asiatischen Traditionen verbinden lässt. Am Ende plant sie ein eigenes Kochbuch.
In dieser Woche führte sie ein Kochkurs tief in den Dschungel Balis: "Kein Herd, keine Waage, nur die Natur und ein uralter Steinmörser", berichtet sie begeistert. Die Zutaten wurden frisch aus dem Wald geholt und direkt verarbeitet. "Über offenem Feuer zu kochen, mit alten Mörsern - das war einfach magisch", schwärmt die Rostockerin.
Doch nicht alle Erfahrungen glänzen wie in Reisebroschüren. Besonders auf Java in Indonesien war die Gourmet-Köchin enttäuscht: "Ich war sehr enttäuscht vom Essen". Trotz der Herzlichkeit der Menschen mangelte es oft an Hygiene, und die Produktqualität wurde kaum beachtet. "In einem schicken Hotel war die Hälfte des Frühstücksbuffets verschimmelt, die Milch im Cappuccino geflockt".
Privatkonzert in Tokios Stundenhotel
In Tokio wagte Luisa einen Blick in die Hostessen-Distrikte, das Vergnügungsviertel der Metropole. "Viele denken, es geht da nur um Sex, aber das stimmt so nicht", erklärt sie. Vielmehr handle es sich um einen Ort, an dem Menschen nach der Arbeit Gesprächspartner suchen - ganz ohne Hintergedanken.
Bei ihrem Streifzug lernte sie einen jungen Japaner kennen, der sie in ein Stundenhotel führte. Dort entdeckte sie eine versteckte "Flüster-Bar" mit Samtvorhängen, exzellenten Drinks und einer Band, die ihr ein privates Konzert gab. "Das war eines der schönsten Erlebnisse meiner Reise", resümiert Luisa.
Kulinarische Grenzerfahrung: Fisch-Sperma als Delikatesse
In Japan wagte sich die Köchin auch kulinarisch an ungewöhnliche Grenzen. "Wir haben Sperma gegessen", erzählt sie lachend, "vom Fisch natürlich". Das Gericht heißt Shirako und besteht aus dem Samenstrang des Fisches, der auf der Teppan-Platte gegrillt wird.
"Es sieht aus wie Gehirn, die Konsistenz ist wie Pudding und der Geschmack erstaunlich nussig", beschreibt Luisa die Erfahrung. Ob sie diese saisonale Delikatesse wieder essen würde? "Ja, aber täglich bräuchte ich es nicht...".
Ambitionierte Pläne nach der Rückkehr
Aktuell hält sich Luisa in Kuala Lumpur auf, wo sie die lebendige Mischung der Küchen begeistert. Nach Malaysia führt ihre Reise nach Südkorea und China, bevor sie Ende März nach Deutschland zurückkehrt.
Dort warten bereits ambitionierte Projekte:
- Arbeit am eigenen Kochbuch mit asiatischen Einflüssen
- Planung eines Fine-Dining-Events
- Einladung als Gastköchin bei "Cooking with Friends" in Schleswig-Holstein
Der Starkoch Robert Stolz hat sie über Instagram für dieses Format angesprochen. Die Vielfalt der asiatischen Küchen hat ihren Kochstil bereits nachhaltig geprägt und wird sicherlich in ihren zukünftigen Kreationen sichtbar werden.



